Ich glaube mal, bei Bremsbelägen ist das wie bei vielen so tollen technischen Spielereien:
Beim Otto-Normal-Motorradfahrer bieten sie eher Anlass für ausufernde theoretische Betrachtungen.
Manfred, du erwähntest selbst die Hype um Stahlflex-Bremsleitungen, ich konnte dir da nur beipflichten: Völlig überbewertet für den normalen Motorradfahrer die Dinger. Beim unbedingt notwendigen Wechsel aber von Vorteil, da preiswerter als Gummi-Originalware.
Aber auch bei Bremsbelägen, wenn man nicht gerade auf Billigstware zurückgreift, wird ein Gelegenheitsfahrer mit einer Kilometerleistung
von- sagen wir mal 3 - 5000 im Jahr - kaum gravierende Unterschiede zwischen verschiedenen Belägen feststellen.
Es sei denn er hat eine völlig ungeeignete Reibpaarung Belag- Bremsscheibe gewählt.
Auch bei einer zu sehr ausufernden Reifendiskussion muß ich manchmal schmunzeln.
Ich habe meine CBF 1000 damals neu mit den BT 57 bekommen.
So schlecht wie sie immer geredet werden waren die nun mal nicht.
Ich erinnere einfach mal an eine (auch hier) so "hochgelobte" (Fach?)Zeitschrift wie die "Motorrad", die sie ja bei Erscheinen vor einigen Jahren recht gut bewertete.
Und für normale Motorradfahrer sind sie das eigentlich auch zumindest gewesen. Ich habe in 44 Jahren auf Böcken jedenfalls schon schlechtere Gummiwürste gefahren.
Dann noch zum Bremsbelag-Verschleiß:
Ich komme sehr lange mit einem Satz Beläge hin. Nicht weil ich bei der Fahrt einschlafe, sondern weil ich einfach einen flüssigen, vorausschauenden Fahrstil bevorzuge. Ich fahre den größeren Teil meiner etwa 40000 Jahres-Motorrad-Kilometer auf Straßen im Sauerland.
Selbst da brauche ich die Bremsen nicht so arg, da man auch dort viel mit Motorbremse und vorausschaunedem Fahrstil an Bremsbelag-
verschleiß vermeiden kann.
Das kann bei anderen Piloten- in anderen Regionen- deutlich anders aussehen.
Eine übernervöse Gashand, operative Hektik auf dem Bock, und du lässt allerhand Reifenabrieb und Bremsabrieb auf der Straße.
Wenn die rechte Hand zu viel Hektik entwickelt- eventuell auch noch anderen, deutlich teureren Materialabrieb! Im ungünstigen Fall auch.......!
Eine gute Aussage, auch mit Rückschluss auf die Vorteile flüssiger Fahrweise, ist in diesem Zusammenhang die Bemerkung von Helmut Dähne über den Metzeler Z 8 Interact. Er äußert sich da über einen Vergleich zwischen Rundenzahlen bei engagierten Tempi auf der Renne mit Sport- oder mit guten Tourensportreifen.
Schmunzelmodus an:
Und mit den sagenhaften Fahrkünsten (?) mancher super toller Motorradfahrer ist es für mich wie mit den Jagderfolgen mancher Petri-Jünger, deren angeblich gefangene Fische ja von geradezu fantastischer Länge waren.

