Original von Astro Übrigens auf einer 1:100 000 Tourenkarte ist die fast ganz gerade.
Ich darf, h?stel, leicht widersprechen? Habe eben auf meiner 1:100.000-Karte mal nachgesehen - die genannte Strecke zwischen Freudenberg und Friesenhagen ist auf der Karte genauso krampfaderm??ig gekr?uselt, wie bei Deinem Kartenausschnitt. Und ob ich nun jeden Millimeter Fahrbahnverschwenkung auf der Karte sehen m?chte, mag ich mal bezweifeln.
Mit der von mir so bezeichneten "Realerfahrung" wollte ich nur unterstreichen, dass eine Karte, egal ob haptisch oder virtuell, letztendlich nur eine Simulation darstellt, ein Modell. Die reale ErFAHRung muss man zwangsl?ufig selber machen, das Erlebnis kann einem keine Karte welcher Art vorwegnehmen.
Ich bekenne mich halt zu meiner latenten Technik-Skepsis, mag vielleicht auch damit zusammenh?ngen, dass ich beruflich dauernd mit unver?ndertem 100-300 Jahre altem Zeug zu tun habe, sowas pr?gt.
Und der Vorfeldaufwand ist, denke ich, bei der Papierkarte und einem GPS-Ger?t vergleichbar. Andererseits - die Karte ist st?ndig griffbereit. Zur Planung am Ger?t muss ich immer den PC hochfahren etcetc. - l?stig. Egal ob Karte oder Ger?t - "wie" sich eine Kurve (es m?ssen ja auch nicht immer Kurven sein, auch eine halbwegs gerade Strecke kann durchaus "sch?n" zu fahren sein!) bei der Fahrt anf?hlt, kann ich eben nur selber erleben.
Mal weitergedacht - was w?re denn die Konsequenz aus der eingeschlagenen Richtung? Mittlerweile gibt es ja Ger?te, die die ausgew?hlte Strecke halbwegs dreidimensional anzeigen k?nnen. Im n?chsten Schritt kommen dann noch bauliche und landschaftliche Details dazu - fertig ist der perfekte Streckensimulator. Dann kann ich die Strecke, so wie sie "in echt" aussieht, am Bildschirm auch sehen. Nur - das Fahrerlebnis fehlt nach wie vor. Und die Imaginationsf?higkeit, die eine zweidimensionale Darstellung einfach erzwingt, geht ebenfalls fl?ten. Man wird also denkfauler. In der Architektur sind CAD-Programme, die einem einen virtuellen Gang durch ein geplantes Geb?ude erm?glichen, Standard. Man kann in der Planung sozusagen spazieren gehen. Mittlerweile hat man jedoch festgestellt, dass angehende Architekten im Studium sich immer mehr auf solche Hilfsmittel verlassen und sich selber nicht mehr bem?hen, derartige Vorstellungen in ihrem Kopf entstehen zu lassen. Ein Konstrukteur, der ein Werkzeugteil dreidimensional am Bildschirm entwickelt, mag gut sein. Wenn er aber noch vor dem Computerbild ein eigenes Bild "im Kopf" hat, das er drehen und wenden kann, durch das er selber beliebige Schnittebenen setzen kann, ist er wesentlich besser, dann kann er mit dem PC auch noch effektiver arbeiten. Und zum Thema Denkfaulheit - wer benutzt denn f?r simple Rechenaufgaben heute noch seinen Kopf? Taschenrechner sind doch billig. Und soooo bequem. Mein alter Mathelehrer hat immer gesagt, dass solche Dinger bis Ende Klasse 10 bei ihm nicht auf den Tisch k?men. Recht hat er. Anderes Beispiel: Schreiben lernen - mal gedacht ohne Stift und F?ller (also ohne direkte Eigenerfahrung), sonder nur per PC. Was das f?r die Sprachkompetenz der Kinder zur Folge h?tte, m?chte ich mir lieber nicht ?berlegen. Oder...oder...oder......
Fazit: Ob Karte oder GPS ist und bleibt Geschmackssache (zum Gl?ck). Ob etwas wirklich praktischer vulgo arbeitserleichternd ist, oder nur so
scheint, ist halt ne andere Frage. Meiner einer wird zumindest nicht jeder technischen Novit?t als angeblichem Stein der Weisen nachh?pfen (ist ja auf Dauer auch teuer, aber so heizt die Industrie eben den Konsum an, indem Bed?rfnisse bei den Kunden generiert werden) - das Medium der DVD habe ich bislang v?llig ignoriert. Ja, ich liebe meine alten Schallplatten oder auch die alten Tonb?nder. Und dass ich so viele CDs habe, liegt nur daran, dass der Markt eben nix anderes mehr hat.
So, genug philosophiert - egal, ob Karte oder GPS, am sch?nsten ist und bleibt es on the road.
stevie