KiloZeBeF
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So, mal wieder eine kleine Rundreise hinter mir und weils so schön war nehm ich euch nachträglich mit.
Geplant war französisches Jura, Passage durch die Haute-Savoie über den Cormet de Roseland hinüber ins frühlinghafte Piemont, zurück über Cuneo und Barcelonnette in den Vercors und wieder durch's Jura nach Hause. Vier Tage Zeit für knapp 2000 km. Vollbeschäftigung.
Mittwoch nach Feierabend also los zum Mitfahrer der bei Basel wohnt - nicht über die Bahn, sondern durch die Vogesen mit Col de la Schlucht und Route des Cretes und so. Bestes Wetter. Sehr schön! Während ich noch die letzten Kilometer aus den Vogesen rausrolle schmeißt's 2 cm Hagel auf Freiburgs Straßen und es reißt dort Bäume um und mehr.
Donnerstag früh ist um 8 gefrühstückt und gegen 12 sind wir schon durch Doubs-Tal und weit hinter Pontarlier - läuft gut. Bis auf die Durchfahrt von Annecy läuft's prima weiter und gegen 17 Uhr haben wir eine nette einfache Absteige kurz nach Ugine gefunden. Der Patron klärt uns sofort auf, dass wir die kommenden Tage keine Freude mit dem Wetter haben werden und dass der Cormet de Roseland noch gesperrt sei. "Il faut toujours s'informer si les cols sont ouverts!" - ja, das hatten wir verpennt. Allerdings war dann doch tagsüber das "fermé" durch ein "ouvert" ersetzt worden und bis auf das Wetter waren keine Probleme zu erwarten. Gut gegessen, gut geschlafen und gegen 8:30 ging's dann im Nieselregen hoch zum Cormet. Ab etwa 900 m ging der Regen in Graupel über, ab etwa 1100 m Schnee. Ab 1300 m schmolz der Schnee nichtmehr am Visier - also nicht wischen, sondern rubbeln wenn man sehen will. Schade - ansonsten ein sehr schönes Wegchen da! In Bourg-Saint-Maurice bestand dann der Kollege (entgegen meiner Empfehlung und "bei dem Wetter") die schnellste Route (inkl. Autobahn) nach Barcelonnette dem Navi zu überlassen... wodurch sich dann 2 Stunden Autobahnfahrt im Starkregen ergaben, wir am Tunnel de Frejus unseren Obulus zu entrichten hatten, im italienischen Nirvana im Schneegestöber rauskamen und bis Briancon auch etliche Kilometer im Schneetreiben unterwegs waren. Alle 20 Meter das Visier freischieben bei mir, alle 1000 Meter anhalten und die Brille freikratzen beim Kollegen, der der Meinung war, mit offenem Visier besser sehen zu können... Eisplacken auf seiner Backe! Ich hatte Mitleid. Pinlock rules! Damit er wieder zu Kräften kam, durfte er bei McDoof in Briancon ein Schlemmermenü zu sich nehmen. Mir tats ein kleiner Kaffee - und ich war beeindruckt mit welcher unaufgeregten Professionalität das Personal unseren Schmelzsee wegwischte. Draußen weiterhin Schneegestöber. Der Kollege ließ sich dann anbetracht der Wettersituation überreden nicht auf das excellente Abendessen im Cheval Blanc in Barcelonnette zu beharren, sondern bergab gemütlich nach Gap zu rollern, von wo aus es a) näher zum Vercors ist und b) von Briancon aus nicht allzuweit. Um 16 Uhr in Gap im Hotel eingecheckt, kurz durch die Altstadt geschlendert, an einem Straßenkaffee in gleißender Sonne noch zwei hochverdiente Bier genossen, um 7 an der Hotelbar gehockt und auf den Arbeitsbeginn des Küchenpersonals gewartet, während es draußen schon wieder anfing zu regnen... alles gut. Essen, Wein, Dusche, Koma.
Um 6 Uhr bei blauem Himmel vom Vogelgezwitscher geweckt worden, beide frisch, Frühstück ausfallen lassen und Richtung Vercors losfahren! Kurz nach Verlassen des zivilierten Ballungsraums waren wir im nebligen Land Mordor (irgendwo bei Grimone) unterwegs und ich erwartete hinter jeder Kurve ein haariges Ungeheuer mit Apetit auf saftige Motorradfahrer - geile Gegend da! Etwas später (immernoch in Mordor) tatsächlich wieder Sonne und ein nettes Straßenkaffee wo wir das Frühstück nachholten. Was ein schöner Tag und der Vercors wartet auf uns! Etwas später beim Erklimmen des Col de Rousselet waren wir dann wieder im Regen und heftige Sturmböen peitschten um die Felskanten, oben dichter Nebel und der blieb bis wir die 800-Höhenmeter unterschritten hatten... schade! Etwas enttäuscht haben wir uns dann entschlossen, uns auf dem schnellsten Weg (ohne Autobahn/Maut) zu einer netten abgelegenen mir bekannten Unterkunft im Jura führen zu lassen und wurden mit schönem Wetter und wirklich herrlich kurvigen Departmentales belohnt. 16;30 Uhr an der gewählten Unterkunft. Sehr schön. Nur kein Zimmer mehr frei... dommage! Nochmal suchen, nochmal ein- und auspacken... och nö, will jetzt heim! Also auf allerliebsten Sträßchen raus aus dem Jurahinterland, irgendwie nach Mulhouse und Endspurt auf der A5. Freie Fahrt - von den SUVs mal abgesehen, die auf dreispurigen verkehrfreien(!) Strecken ihre 140 ganz links fahren müssen (wohl weil die rechten Spuren zu schmal sind...).
Halb 10 daheim, ein kleines Weinchen, ein Stückchen Käse, etwas Saussison sec und ehe ich auch nur daran denken konnte die Koffer noch abzumontieren war ich eingeschlafen.
Gestern dann zum Aufwachen ein Straßenfest vor dem offenen Fenster, prima Coverband spielt Gassenhauer von Dire-Straits und Co... schöner Tag, alles gut, kurz mal vor die Tür ein Bier mittrinken, die Knochen schmerzen, Muskelkater, schön war's.
Geplant war französisches Jura, Passage durch die Haute-Savoie über den Cormet de Roseland hinüber ins frühlinghafte Piemont, zurück über Cuneo und Barcelonnette in den Vercors und wieder durch's Jura nach Hause. Vier Tage Zeit für knapp 2000 km. Vollbeschäftigung.
Mittwoch nach Feierabend also los zum Mitfahrer der bei Basel wohnt - nicht über die Bahn, sondern durch die Vogesen mit Col de la Schlucht und Route des Cretes und so. Bestes Wetter. Sehr schön! Während ich noch die letzten Kilometer aus den Vogesen rausrolle schmeißt's 2 cm Hagel auf Freiburgs Straßen und es reißt dort Bäume um und mehr.
Donnerstag früh ist um 8 gefrühstückt und gegen 12 sind wir schon durch Doubs-Tal und weit hinter Pontarlier - läuft gut. Bis auf die Durchfahrt von Annecy läuft's prima weiter und gegen 17 Uhr haben wir eine nette einfache Absteige kurz nach Ugine gefunden. Der Patron klärt uns sofort auf, dass wir die kommenden Tage keine Freude mit dem Wetter haben werden und dass der Cormet de Roseland noch gesperrt sei. "Il faut toujours s'informer si les cols sont ouverts!" - ja, das hatten wir verpennt. Allerdings war dann doch tagsüber das "fermé" durch ein "ouvert" ersetzt worden und bis auf das Wetter waren keine Probleme zu erwarten. Gut gegessen, gut geschlafen und gegen 8:30 ging's dann im Nieselregen hoch zum Cormet. Ab etwa 900 m ging der Regen in Graupel über, ab etwa 1100 m Schnee. Ab 1300 m schmolz der Schnee nichtmehr am Visier - also nicht wischen, sondern rubbeln wenn man sehen will. Schade - ansonsten ein sehr schönes Wegchen da! In Bourg-Saint-Maurice bestand dann der Kollege (entgegen meiner Empfehlung und "bei dem Wetter") die schnellste Route (inkl. Autobahn) nach Barcelonnette dem Navi zu überlassen... wodurch sich dann 2 Stunden Autobahnfahrt im Starkregen ergaben, wir am Tunnel de Frejus unseren Obulus zu entrichten hatten, im italienischen Nirvana im Schneegestöber rauskamen und bis Briancon auch etliche Kilometer im Schneetreiben unterwegs waren. Alle 20 Meter das Visier freischieben bei mir, alle 1000 Meter anhalten und die Brille freikratzen beim Kollegen, der der Meinung war, mit offenem Visier besser sehen zu können... Eisplacken auf seiner Backe! Ich hatte Mitleid. Pinlock rules! Damit er wieder zu Kräften kam, durfte er bei McDoof in Briancon ein Schlemmermenü zu sich nehmen. Mir tats ein kleiner Kaffee - und ich war beeindruckt mit welcher unaufgeregten Professionalität das Personal unseren Schmelzsee wegwischte. Draußen weiterhin Schneegestöber. Der Kollege ließ sich dann anbetracht der Wettersituation überreden nicht auf das excellente Abendessen im Cheval Blanc in Barcelonnette zu beharren, sondern bergab gemütlich nach Gap zu rollern, von wo aus es a) näher zum Vercors ist und b) von Briancon aus nicht allzuweit. Um 16 Uhr in Gap im Hotel eingecheckt, kurz durch die Altstadt geschlendert, an einem Straßenkaffee in gleißender Sonne noch zwei hochverdiente Bier genossen, um 7 an der Hotelbar gehockt und auf den Arbeitsbeginn des Küchenpersonals gewartet, während es draußen schon wieder anfing zu regnen... alles gut. Essen, Wein, Dusche, Koma.
Um 6 Uhr bei blauem Himmel vom Vogelgezwitscher geweckt worden, beide frisch, Frühstück ausfallen lassen und Richtung Vercors losfahren! Kurz nach Verlassen des zivilierten Ballungsraums waren wir im nebligen Land Mordor (irgendwo bei Grimone) unterwegs und ich erwartete hinter jeder Kurve ein haariges Ungeheuer mit Apetit auf saftige Motorradfahrer - geile Gegend da! Etwas später (immernoch in Mordor) tatsächlich wieder Sonne und ein nettes Straßenkaffee wo wir das Frühstück nachholten. Was ein schöner Tag und der Vercors wartet auf uns! Etwas später beim Erklimmen des Col de Rousselet waren wir dann wieder im Regen und heftige Sturmböen peitschten um die Felskanten, oben dichter Nebel und der blieb bis wir die 800-Höhenmeter unterschritten hatten... schade! Etwas enttäuscht haben wir uns dann entschlossen, uns auf dem schnellsten Weg (ohne Autobahn/Maut) zu einer netten abgelegenen mir bekannten Unterkunft im Jura führen zu lassen und wurden mit schönem Wetter und wirklich herrlich kurvigen Departmentales belohnt. 16;30 Uhr an der gewählten Unterkunft. Sehr schön. Nur kein Zimmer mehr frei... dommage! Nochmal suchen, nochmal ein- und auspacken... och nö, will jetzt heim! Also auf allerliebsten Sträßchen raus aus dem Jurahinterland, irgendwie nach Mulhouse und Endspurt auf der A5. Freie Fahrt - von den SUVs mal abgesehen, die auf dreispurigen verkehrfreien(!) Strecken ihre 140 ganz links fahren müssen (wohl weil die rechten Spuren zu schmal sind...).
Halb 10 daheim, ein kleines Weinchen, ein Stückchen Käse, etwas Saussison sec und ehe ich auch nur daran denken konnte die Koffer noch abzumontieren war ich eingeschlafen.
Gestern dann zum Aufwachen ein Straßenfest vor dem offenen Fenster, prima Coverband spielt Gassenhauer von Dire-Straits und Co... schöner Tag, alles gut, kurz mal vor die Tür ein Bier mittrinken, die Knochen schmerzen, Muskelkater, schön war's.
. Ich hatte vor einigen Jahren noch einen Arbeitskollegen, der konnte ähnliche Berichte schreiben. Ein beneidenswertes Talent in meinen Augen.
