Ventilspiellehre

Django

Member
Bei meinen vorherigen Motorrädern habe ich eine Fühlerlehre in 5/100 Schritten verwendet (15, 20, 25, 30).

Bei der CBFF wird anscheinend genauer gemessen (1/100 mm).
Ventilspiel (Ein): 0,16 ± 0,03mm
Ventilspiel (Aus):0,32 ± 0,03mm

Um einfach nur auf `im gültigen Bereich' zu messen, brauche ich 0,13 0,20 0,29 und 0,36 mm. Falls ich einstellen muss, würde ich gerne das Spiel auf's 1/100 mm genau messen wollen, um die richtigen Einstellplättchen bestellen zu können. (Manchmal kommt man ja auch einfach durch Tauschen untereinander hin.)

Bei den üblichen Verdächtigen finde ich aber so eine Fühlerlehre gar nicht.

Welche Fühlerlehre verwendet ihr und wo bekomme ich die her?
 
Entscheidend ist ja das "dünnste Blatt", denn das entscheidet ja über die größtmögliche Meßauflösung. Meine Fühlerlehre hat 0,04 mm als dünnstes Blatt. Und 0,3 mm als dickstes. Wo ich die mal her hatte, weiß ich nicht mehr, aber ich glaube von Louis.

:Froehlich3:
 
Die Messungenauigkeit bei Messungen mit einer Fühlerlehre ist besonders bei Ungeübten sicher größer als 0,01 mm.
Shims gibt es auch nur in 0,025 mm Stufung.
Auch ändern sich die Messwerte schon bei geringfügig geänderter Stellung der Nockenwelle und Temperaturen.

Also bitte nicht übertreiben mit der Messerei.
Alles Super wenn das Ventilspiel in der Toleranz ist.

Übrigens:
Bei Rennmotoren wird das Ventilspiel möglichst an der oberen Toleranz eingestellt
(gibt eine Spur mehr Leistung bei mehr Verschleiß am Ventilsitz).
Wer möglichst lange Lebensdauer der Ventilsitze am Motor erreichen will, kann das Ventilspiel an der unteren Toleranz halten.

Grüße aus Tirol

Norbert
 
Bei Rennmotoren wird das Ventilspiel möglichst an der oberen Toleranz eingestellt
(gibt eine Spur mehr Leistung bei mehr Verschleiß am Ventilsitz).

Warum ist das so?
Ich hätte jetzt eher vermutet, dass ein knapperes V-Spiel etwas mehr Leistung ergeben würde, weil der geringere Abstand zum Nocken einen Hauch mehr als Ventilhub erzeugt. Welcher Mechanismus erhöht die Leistung bei größerem V-Spiel?

:Froehlich3:
 
Ventilspiel und Leistung

Die Ventilöffnungskurve besteht aus einer Auflauframpe(sanfte Erhebung),
der eigentlichen Ventilerhebungskurve und einer Ablauframpe (sanfte Absenkung).
Bei größerem Ventilspiel (geringe Rampenzeit) wird die Gasschwingung aggressiver
(kürzere Zeit von Beginn Öffnung zu Maximalströmung und zurück auf Ende Öffnung)
und daher die Aufladeeffekte (Pulsation) stärker. Ein um 0,06 mm geringerer Ventilhub hat einen wesentlich geringeren Effekt.

Die Auswirkung ist bei Rennmotoren (große Steuerzeitenüberschneidung) mit entsprechender Rennauspuffanlage am stärksten.
Beim CBF1000 - Motor schätze ich den Effekt eines vergrösserten Ventilspiel als nicht messbar (kleiner 2 PS) ein.

Grüße von der Tuning-Front

Norbert
 
Wo wir grad beim Thema sind,

Martin hat ja in seinen Videos zum Messen die Stellung mit den "Katzenohren" beschrieben.
Also Zyl. 1,2,4,3, nacheinander in und ex gleichzeitig messen für jeden Zylinder.

Im Haynes Schrauberbuch ist der Vorgang etwas anders beschrieben.
Dort wird zuerst Einlass von Zyl. 1 und 3 gemessen, dann 180° Drehung, Auslass von 2 und 4 messen, 180° drehen Einlass 2 und 4, 180° Auslass 1 und 3.

Macht das nen Unterschied ?
 
Wo wir grad beim Thema sind,

Martin hat ja in seinen Videos zum Messen die Stellung mit den "Katzenohren" beschrieben.
Also Zyl. 1,2,4,3, nacheinander in und ex gleichzeitig messen für jeden Zylinder.

Im Haynes Schrauberbuch ist der Vorgang etwas anders beschrieben.
Dort wird zuerst Einlass von Zyl. 1 und 3 gemessen, dann 180° Drehung, Auslass von 2 und 4 messen, 180° drehen Einlass 2 und 4, 180° Auslass 1 und 3.

Macht das nen Unterschied ?

Die Messung in "Katzenohrenstellung" im Vergleich zur Messung 180° gegenüber dem höchsten Punkt der Ventilnocke,
hab ich mal an einer CBR600F verglichen. Das Ergebniss zeigte Differenzen von 0,00 bis 0,02 mm.
Ich mess immer 180° zur höchsten Stelle der Nocke.

Norbert
 
Ich mess immer 180° zur höchsten Stelle der Nocke.

So würde ich es intuitiv auch machen. Die "Katzenohren" ergeben sich halt, wenn man die Messmarken auf der Kurbelwelle anfährt. Es ist aber wohl so, dass Nockenrücken oder etwas seitlich kaum einen Unterschied ergibt, und wenn doch, dann innerhalb der Messtoleranz. Es macht auch durchaus einen Unterschied, ob man bei 10°C oder 30°C Umgebungstermoeratur misst.

Deine Ausführung mit den Rennmotoren ist interessant, Norbert und war mir nicht bekannt.

Ich denke, bei unseren Motoren macht man alles richtig, wenn es einem gelingt, den Sollwert (die Mitte) mit +- 0,01 trifft. Das schafft man allerdings nur, wenn man die Shims nachmisst (alle, alt und neu) und quasi innerhalb der aufgedruckten Werte selektiert. Man muss dann natürlich genug Auswahl haben und die hat man in der Regel nicht (ich inzwischen schon). Und man muss die eine oder andere Stunde mehr an Zeit einplanen, was die Werkstatt nicht tun wird weil es niemand bezahlen möchte. Natürlich sind die +- 0,03 auch OK, sonst würden sie ja nicht im WHB stehen. Aber wer 5 Stunden den Motor von außen reinigt, kann auch 2..3 Stunden länger mit Shims jonglieren, um die 0,01 zu treffen. Man(n) ist so, oder halt nicht :frech4:

:mx31:
 
....Aber wer 5 Stunden den Motor von außen reinigt, kann auch 2..3 Stunden länger mit Shims jonglieren, um die 0,01 zu treffen. Man(n) ist so, oder halt nicht :frech4:

:mx31:

Ist auch nicht verkehrt, mach auch manchmal etwas nur damit etwas optimal ist, ohne dass dadurch ein konkreter Nutzen dahinter steht.
Gibt mir ein gutes Gefühl.

Ich schau das alle Einlassventilspile innerhalb 0,03 mm gleich sind, ebenso die Auslassventilspiele.
Ich bilde mir ein, dass dann der Motor samtiger läuft. Ist wahrscheinlich aber nur eingebildet.

Norbert
 
Ich schau das alle Einlassventilspile innerhalb 0,03 mm gleich sind, ebenso die Auslassventilspiele.
Ich bilde mir ein, dass dann der Motor samtiger läuft. Ist wahrscheinlich aber nur eingebildet.

Gleichheit (natürlich innerhalb der Toleranzen) ist vielleicht wichtiger für den Rundlauf, als unbedingt die Mitte zu treffen. Ist wohl so ähnlich wie beim Vergaser synchronisieren, je mehr Mühe man sich gibt, je besser man es hin bekommt, desto besser läuft der Motor. Das müßte dann aber auch für die Kompression gelten, nicht je höher, desto besser, sondern je gleicher, desto besser. Ist aber nur eine Vermutung und nicht jeder hat das gleiche Gefühl für den Motorlauf. Hauptsache es "geht vorwärts" :Froehlich1:

:Froehlich3:
 
Tassenstößelanhebesaugnapf :narr:

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O.K.
 
"Fühlerlehren-Set: aus rostfreiem Stahl"
"Warme Tipps: es gibt etwas Anti-Rost-Öl auf der Edelstahl-Fühlerlehre, um es vor rostigen zu verhindern, bitte mach dir keine Sorgen darüber"

:11 - lol::11 - lol::11 - lol::11 - lol::11 - lol::11 - lol::11 - lol::11 - lol:
 
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