Video für optimale Fahrlinie beim Kurvenfahren

Einige Aussagen dieses Videos halte ich für, sagen wir mal veraltet.
Ich würde z.B. eine andere Linie in der Kehre anwenden.
Wo ist überhaupt der Schweitelpunkt einer mir unbekannten Kurve?

Auch das ständige wechseln der Fußstellung ist fragwürdig.
Warum nicht immer so sitzen?

Und überhaupt, Gegenlenkbewegung?!


Grüße
Blaster
 
Also ich hab in einem Kurventrainig auch mal was anderes gezeigt bekommen, z.b. Wenn man eine rechts Serpentine hochfährt, die Kurve sehr weit aussen anfahren und die Blickrichtung am Kurvenausgang zum rechten Fahrbandrand Richtung Leitpfosten, weil d wo man hinschaut d fährt man auch hin will heißen weg von der Fahrbahnmitte.
 
Und überhaupt, Gegenlenkbewegung?!

Hallo,

damit ist das physikalische Phänomen gemeint, dass eine Kurvenfahrt mit einem Zweirad immer durch ein gegenläufiges Einschlagen des Lenkers erzielt wird. Auf dem Motorrad machen wir das intuitiv und sind uns dessen gar nicht bewußt, auf dem Fahrrad kann man das recht gefahrlos mal ausprobieren. Einfach entspannt und am besten freihändig rollen, dann mal leicht am z.B. rechten Lenkerende zum Körper hinziehen. Das Fahrrad fährt - nach links!

Gruß Ralf
 
Motorradfahrer sollten sich dessen bewußt sein und diese Übung (und andere Übungen) auf dem Motorrad und nicht auf dem Fahrrad beherrschen!

Ich hab mir inzwischen alle Teile angesehen. Sicher nicht schlecht, aber mit Mängeln. Der größte Mangel im ersten Teil: Fahrer, die nur mit zwei Fingern bremsen, sollen den Hebel so einstellen, dass sie sich die anderen Finger beim Bremsen nicht einklemmen. Das geht ja garnicht!

@Blaster: beschreib mal bitte deine Linie in der Kehre

GG
 
Hallo,

damit ist das physikalische Phänomen gemeint, dass eine Kurvenfahrt mit einem Zweirad immer durch ein gegenläufiges Einschlagen des Lenkers erzielt wird.
Sicherlich nicht immer!
Solche Pauschalisierungen fürhren leider immer wieder zu diversen Mythen rund um das Motorradfahren.
Nur im eigenstabilen Bereich tritt wie Du sagst dieses Phänomen auf.
Dieser beginnt je nach Motorradmodell ab ca. 25 / 30 km/h
Die Reifenumfangskräfte (Kreiselkräfte) sind dann so groß, das das Motorrad ohne Seitenwind und mit Tempomat so lange geradeaus fährt,
bis der Sprit alle ist.
In dem eigenstabilen Bereich lenkt das Motorrad nach rechts, wenn man das rechte Lenkerende nach vorne schiebt.
Was es aber auf keinen Fall tut, ist vorher irgendwie kurz nach links "auszuweichen".
Es findet also keine Gegenlenkbewegung statt. Rechts schieben, rechts fahren, links schieben links fahren.


...auf dem Fahrrad kann man das recht gefahrlos mal ausprobieren. Einfach entspannt und am besten freihändig rollen, dann mal leicht am z.B. rechten Lenkerende zum Körper hinziehen. Das Fahrrad fährt - nach links!

Probiere es besser selbst mal aus!
Lasse aber rechts genug platz zu den diversen Hindernissen. :frech4:
Auch auf dem Fahrrad gilt im Grunde das gleiche.
Im eigenstabilen Bereich, stimmt das o.g.
Nur kommt man so selten mit dem Fahrrad dort hin, weil man aufgrund der fehlenden Massen viel schneller Fahren muss.

Bei normaler Fahrt ca. 20 km/h auf dem Fahrrad, fährt dein Drahtesel sicher auch nach rechts, wenn du am rechten Lenkerende ziehst.
Wie gesagt, ausprobieren!

@Brummel
Ich zeichne das vielleicht mal auf.
Im Grunde halte ich mich an folgende Regel.
So lange außen bleiben, bis ich das Kurvenende sehen kann.
Zum Kurvenende hin, halte ich mich dann mittig.
Das ermöglicht mir auf jede darauf folgende Kurve variabel zu reagieren.

Der äußere (größere) Kurvenradius hat für mich folgende Vorteile:
1. Ich kann weiter in die Kurve einsehen (Entgegenkommender Verkehr ist früher sichtbar!)
2. Weniger Schräglage durch größeren Kurvenradius (Mehr Sicherheitsreserven)
3. Wo fahren Fahrradfahren und laufen Wanderer?



Grüße
Blaster
 
Nur im eigenstabilen Bereich tritt wie Du sagst dieses Phänomen auf.
Dieser beginnt je nach Motorradmodell ab ca. 25 / 30 km/h
[..]
In dem eigenstabilen Bereich lenkt das Motorrad nach rechts, wenn man das rechte Lenkerende nach vorne schiebt.
Was es aber auf keinen Fall tut, ist vorher irgendwie kurz nach links "auszuweichen".
Es findet also keine Gegenlenkbewegung statt. Rechts schieben, rechts fahren, links schieben links fahren.

Das ist bei jeder Geschwindigkeit so und nicht erst im quasi eigenstabilen Bereich. Physik ist überall, egal ob Nord- oder Südhalbkugel und egal ob langsam oder schnell, gleich.

Nur beim Langsamfahren merkt man es halt nicht so, weil die Fliehkräfte mehr oder weniger fehlen.
 
Das ist bei jeder Geschwindigkeit so und nicht erst im quasi eigenstabilen Bereich. Physik ist überall, egal ob Nord- oder Südhalbkugel und egal ob langsam oder schnell, gleich.

Nur beim Langsamfahren merkt man es halt nicht so, weil die Fliehkräfte mehr oder weniger fehlen.

Übung:
Stabilisieren (Schritttempo) fahren am Lenkeinschlag. Rechtes Lenkerende ganz noch vorne geschoben - man fährt links.

Im eigenstabilen Bereich fährt man aber nach rechts.


Grüße
Blaster
 
Übung:
Stabilisieren (Schritttempo) fahren am Lenkeinschlag. Rechtes Lenkerende ganz noch vorne geschoben - man fährt links.

oder fällt um...

Prinzipiell gilt es, bevor man mit einem einspurigen Fahrzeug in eine Richtung fährt, den Reifenaufstandspunkt unter dem Schwerpunkt hinweg in die entgegengesetzte Richtung zu verschieben. Tut man das nicht, fährt man zwar zunächst mit dem Reifenaufstandspunkt in die gewünschte Richtung, fällt aber auf die entgegengesetzte Seite. Das gilt, sofern Newton damals mit actio=reactio Recht hatte, für alle einspurigen Fahrzeuge in allen Geschwindigkeitsbereichen - relativistische Effekte bei Annäherung an die Lichtgeschwindigkeit mal außen vor...
Dass der Lenkimpuls bei Langsamfahrt nicht so "spürbar" ist, liegt vielleicht daran, dass man bei Langsamfahrt ohnehin permanent am korrigieren der Senkrechten ist und der geübte Fahrer vor dem Einlenken nur im richtigen Moment nicht korrigiert, um anschließend die gewünschte Schräglage durch Einlenken in die angestrebte Kurvenrichtung zu kompensieren.
 
Boah Leute?! :wirr2:

Kommen demnächst auch noch alle entsprechende Formelsammlungen hier zum Einsatz?!
Wie soll das ein "einfacher" Motorradfahrer verstehen?!


Probiert es doch einfach aus!
Wie beschrieben, fahre ich langsam (kleiner ca. 25 km/h) fahre ich nach links, wenn ich das rechte Lenkerende nach vorne schiebe.
Fahre ich schnell (größer 25 km/h), dann fahre ich nach rechts, wenn ich das rechte Lenkerende nach vorne schiebe.

Vergesst doch mal die graue Theorie und probiert es aus.
Also rauf auf die Moppeds!



Grüße
Blaster
 
Blaster hat recht....

bis ca. 20 km/h = instabiler Vergleich, Kreiselkräfte sind zur Stabilisierung zu gering, Gleichgewicht wird durch permanente Lenkbewegungen und/oder Gewichtsverlagerung geschaffen. Lenkbewegung nach rechts ergibt Rechtskurve; Lenkimpuls wegen der geringen Kreiselkräfte nicht notwendig

ca. 20 - 40 km/h = stabiler Bereich, Kreiselkräfte groß genug, Fahrzeug hat stabile Geradeausfahrt, wenn keine Störimpulse kommen. Lenkimpulsnotwendig um die Kreiselpräzession zu nutzen

ab 40 km/h = quasistabiler Bereich, Motorrad fährt ohne Lenkkorrektur eine Spirale mit immer kleiner werdendem Radius bis es umfällt Fahrer muss permanent mit der Lenkung korrigieren, Gewichtsverlagerung verliert mit zunehmender Geschwindigkeit an Wirkung. Lenkimpuls zum Einleiten einer Kurvenfahrt notwendig


Verlauf des Lenkwinkels während einer Rechtskurve:

Lenkimpuls nach links, um das Motorrad zu destabilisieren und eine Kreiselausweichbewegung nach rechts einzuleiten
Lenkung wird zur Kurvenfahrt nach rechts eingeschlagen bis gewünschte/notwendige Schräglage erreicht
Begrenzung der Schräglage durch Lenkbewegung (schwacher Lenkimpuls nach rechts)
Da Reifenaufstandsfläche aus der Reifenmitte herausgewandert ist, muss anhaltende Kurvenfahrt durch konstante Lenkbewegung nach links aufrechterhalten werden. Die Größe des negativen Lenkwinkels ergibt sich aus Reifenbreite, Reifenkontour, Schräglagenwinkel und Schräglaufwinkel des Reifens

Eigentlich alles ganz einfach,..... ABER man kann auch Kurvenfahren, wenn man davon keine Ahnung hat.....
 
...und sie bewegt sich doch!

Eigentlich alles ganz einfach,..... ABER man kann auch Kurvenfahren, wenn man davon keine Ahnung hat.....

Keiner muss Physik verstehen, aber man muss sie dann auch nicht anderen erklären wollen. Ob man sie verstanden hat oder nicht, ob man Reifenbreite und -kontur berücksichtigt oder nicht, Physik funktioniert ganz ohne uns.

Für eine Rechtskurve muss der Schwerpunkt einfach rechts der Aufstandsfläche sein, da wir sonst durch die Fliehkraft (und sei sie bei geringer Geschwindigkeit auch noch so klein) nach außen kippen. Typischerweise kommt der Schwerpunkt durch einen Lenkimpuls dorthin (Ausnahmen bestätigen diese Regel vermutlich). Wie richtig beschrieben, halten wir anschließend durch angemessenen Rechtseinschlag die Schräglage solange konstant, wie wir der Kurve folgen wollen. Kurzer Lenkimpuls zum Kurveninneren schiebt am Ende die Aufstandsfläche wieder unter den Schwerpunkt und wir können geradeaus fahren. Geht freilich auch durch angemessenes Beschleunigen, da die zunehmende Fliehkraft den Schwerpunkt über die Aufstandsfläche schiebt.

In Realitas werden wir alle mehr oder weniger bewusst Lenkbewegungen machen, die wir für erfolgversprechend halten und mit den Hebeln und Griffen rechts und links am Lenkerende Dinge tun, die je nach Gusto den Stress erhöhen oder verringern. Im Prinzip ist auch egal, ob die Erde sich um die Sonne dreht, oder umgekehrt, solange man Kurven fahren kann :-)
 
Boah Leute?! :wirr2:

Kommen demnächst auch noch alle entsprechende Formelsammlungen hier zum Einsatz?!
Wie soll das ein "einfacher" Motorradfahrer verstehen?!


Probiert es doch einfach aus!
Wie beschrieben, fahre ich langsam (kleiner ca. 25 km/h) fahre ich nach links, wenn ich das rechte Lenkerende nach vorne schiebe.
Fahre ich schnell (größer 25 km/h), dann fahre ich nach rechts, wenn ich das rechte Lenkerende nach vorne schiebe.

Vergesst doch mal die graue Theorie und probiert es aus.
Also rauf auf die Moppeds!



Grüße
Blaster

Ist eine geile sache so zu fahren habe es am Montag beim ADAC erste mal gemacht:025:

Hatten eine Kreidestrich auf dem Hinterreifen der war weg:mx31:

Mfg Dieda
 
...
Für eine Rechtskurve muss der Schwerpunkt einfach rechts der Aufstandsfläche sein, da wir sonst durch die Fliehkraft (und sei sie bei geringer Geschwindigkeit auch noch so klein) nach außen kippen. Typischerweise kommt der Schwerpunkt durch einen Lenkimpuls dorthin (Ausnahmen bestätigen diese Regel vermutlich).
Soweit so richtig.
Er kommt im Fahrstabilen und Quasistabilen Bereich nur durch einen Lenkimpuls zu Stande.
Das wirklich wichtige hierbei sind aber die Reifenumfangskräfte (Kreiselkraft).
Das Wissen über den versetzten Auftsandspunkt, kann man aber in der Praxis vernachlässigen.
Im Gegensatz zum Lenkimpuls.

...
Kurzer Lenkimpuls zum Kurveninneren schiebt am Ende die Aufstandsfläche wieder unter den Schwerpunkt und wir können geradeaus fahren. Geht freilich auch durch angemessenes Beschleunigen, da die zunehmende Fliehkraft den Schwerpunkt über die Aufstandsfläche schiebt.

Es ist weder ein Lenkbefehl noch ein Beschleunigen nötig um im stabilen Bereich die Kurvenfahrt zu beenden.
Die Reifenumgskraft erledigt dies für uns von alleine.
Je höher die Geschwindigkeit, desto höher die Reifenumfangskraft, desto schneller richtet sich das Motorrad beim beenden des Lenkimpulses wieder auf.

In Realitas werden wir alle mehr oder weniger bewusst Lenkbewegungen machen, die wir für erfolgversprechend halten und mit den Hebeln und Griffen rechts und links am Lenkerende Dinge tun, die je nach Gusto den Stress erhöhen oder verringern. Im Prinzip ist auch egal, ob die Erde sich um die Sonne dreht, oder umgekehrt, solange man Kurven fahren kann :-)

Genau das ist der Punkt.
Wenn man Motorradfahrer befragt, dabei ist vollkommen egal ob sie schon 30 Jahre fahren oder Fahranfänger sind, erntet man zu 90% Achselzucken, bei der Frage, wie lenkt Ihr ein Motorrad. Oftmals sind die Antworten, Gewichtsverlagerung, über die Fußrasten, etc.
Selten fällt der Begriff Lenkimpuls.

So lange alles im grünen Bereich ist, mag das alles OK sein, schließlich fährt ja jeder Motorradfahrer durch eine Kurve - auch ohne dieses Wissen.
In einer Notsituation, wie dem Ausweichen im Stadtverkehr, kann sich keiner Leisten, das Ausweichmanöver über Gewichtsverlagerung
und den daraus unbewusst resultierenden Lenkimpuls auszuführen.
Es gehen einfach zu viel "Kräfte" verloren. Im Grunde viel gewollt, aber wenig erreicht.

Viele Fahrer könnten heute noch Leben, wenn Sie um den richtigen Einsatz des Lenkimpulses gewusst hätten.

Deshalb liegt mir auch daran, das die Moppedfahrer in dem Bereich nicht mit tausenden mal mehr bzw. weniger richtigen physikalischen Gesetzen malträtiert werden. Sondern in klaren einfachen Sätzen im wahrsten Sinne des Wortes erfahren, wie es funktioniert.

Rechts in den Lenker schieben = rechts fahren.
Links in den Lenker schieben = links fahren.
Möchte ich aufhören eine Kurve zu fahren, höre ich auf in den Lenker zu schieben.

Alle anderen "Maßnahmen" wie Gewichtsverlagerung, druck auf die Fußrasten, etc. können bestenfalls unterstützend wirken.
Mehr muss ich nicht wissen.


Grüße
Blaster


P.S.
Ich vermeide extra den Begriff drücken, weil dies eine Kurventechnik ist.
Wer den Lenkimpuls mal ausprobieren möchte, dem rate ich zu folgendem:
Schneller als 30 km/h fahren
Linke Hand vom Lenker nehmen
Mit der rechten Hand, den Lenker nach vorne schieben.

Und wer die Auswirkungen der Kreiselkräfte und des Lenkimpulses sehen möchte der kann folgendes tun:
Einen Kumpel bitten, das Vorderrad zwischen den Beinen "einzuklemmen". (Dies Simuliert die Kreiselkräfte)
Ihr setzt Euch aufs Motorrad und schiebt rechts oder links den Lenker nach vorne.
Wenn Ihr in den Beinen locker bleibt (die müssen ja auf dem Boden stehen ;-) ) seht Ihr, wie Euer Motorrad Schräglage einnimmt.

P.P.S
Und damit "KiloZeBeF's Aufstandsfläche" noch richtig zur Geltung kommt.
Die differenz zwischen Reifenaufstandsfläche und Reifenmitte ist für die stärke des aufrichtens eines Motorrades beim Bremsen in Schräglage verantwortlich.
Dies ist aber nur sehr vereinfacht.
Denn es gibt auch Motorrad / Reifenkombinationen, die haben so gut wie kein Aufstellmoment.
 
@Blaster: beschreib mal bitte deine Linie in der Kehre

GG

So hier mal meine Variante:
Kurvenlinie.gif


Rote Linie ungefähr die aus dem Video.
Grün meine Linie

Vorteile bei grün:
Größerer Radius = weniger Schräglage bei gleicher Geschwindigkeit.
An den gelben Linie kann man deutlich sehen, das man weiter in die Kurve schauen kann.
Bei Rot bleibt an der gleichen Stelle, wo grün das Auto schon sehen kann, der Blick im "Gebüsch" hängen.
Wenn man noch mehr sehen möchte, kann man natürlich die Kurve auch "drückend" fahren. (Motorrad schräg, Oberkörper gerade.)

Also im Grunde wie schon geschrieben:
Außen anfahren.
So lange außen bleiben, bis ich das Kurvenende sehen kann.
Am Kurvenende in der Mitte rauskommen.
Das ermöglicht mir, in jeder möglichen "Nachfolgekurve" entsprechend zu reagieren.



Grüße
Blaster
 
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