Kannst Du bitte kurz beschreiben...
"
kurz" *grübel* ich versuchs mal:
Karten haben viele Fehler und Ungenauigkeiten, oder liefern einfach bestimmte Informationen nicht. In der Satellitenansicht kann ich mir noch so einiges an Infos holen.
Auch wenn die Satellitenbilder keine Livebilder sind, sondern evtl. schon 3 Jahre alt (keine Ahnung wie oft die aktualisiert werden).
- meistens kann ich anhand des Satellitenbildes unterscheiden ob eine Teerdecke vorhanden ist, oder es sich doch nur um einen geschotterten oder ganz unebefestigten Wald- oder Feldweg handelt. Ich fahre halt gern auch die kleinen, kleinsten, und noch kleineren Strassen
- da ich, soweit sinnvoll machbar, lieber dem Bauern durchs Wohnzimmer fahre als durch eine größere Ortschaft, finde ich ein "Foto" des Wegenetztes besser als eine "Zeichnung" um einen geeigneten Schleichweg zu finden
- manchmal ist in der Kartenansicht ein Stück zwischen zwei Strassenabschnitten nur gestrichelt (=Feldweg), oder garnicht als Weg eingezeichnet. Im Satellitenbild kann ich meist prüfen ob das stimmt, oder ob die Strasse nicht doch durchgängig befahrbar ist
- umgekehrt sind in der Kartenansicht manchmal Wege als reguläre Strassen eingezeichnet, die laut Bild aber unbefestigt sind oder sogar durch ein Feld oder eine Wiese ersetzt wurden (ich hab nunmal keinen Zweirad-Jeep)
- Felder, Wälder und Stadtgebiete sind auf der Karte nur sehr grob und ungenau eingezeichnet. Für eine landschaftlich schöne Strecke finde ich das "Foto" besser
- Haltepunkte für Pausen sollten, wenn machbar, keine Wiese sein (Seitenständer sinkt ein), sollten nicht 2m neben einer stark befahrenen Bundesstrasse liegen, müssen auch nicht unbedingt direkt neben Häusern sein, usw. usw. usw. ... In der Kartenansicht sehe ich Parkplätze, aber nicht wie oder in welcher Umgebung die sind. Alle anderen geeigneten Haltepunkte sehe ich garnicht erst, es muss ja nicht unbedingt ein Parkplatz sein
Die Liste könnte ich noch länger fortführen. Ich hoffe, dass jetzt schon klar ist was ich an Satellitenbildern so mag.
Die sind für mich purer Luxus, und ich habe mich daran gewöhnt.
Früher habe ich beruflich viel hinterm Steuer gesessen (PKW, Transporter, 7,5t LKW, deutschlandweit bis ins benachbarte Ausland).
Da bin ich nach Karten und Schildern gefahren. Durch die Karten hatte ich eine Orientierung, anhand derer ich die "Livebilder" der Fahrt einsortieren konnte.
So habe ich dann immer gewusst wo und in welcher Richtung ich unterwegs bin. Da ging es aber auch um Fahrten von A nach B nach C und dann nach D.
Heute mit dem Motorrad fahre ich nicht von A nach B, sondern reihe die Kurven wie Perlen auf eine Schnur. Ich fahre im Zickzack, im Kreis, kreuz und quer.
Nimm mir heute mitten auf ner Tour mein Navi weg, und ich hab keine Ahnung mehr wo ich bin oder wie es weiter geht. Ich müsste erstmal ne Bundesstrasse suchen und mich anhand der Schilder orientieren um nach Hause zu kommen, denn die Tour könnte ich nicht zuende fahren. Das Gebiet in dem ich mich "völlig planlos" bewege ist einfach zu groß, die Strecken sind zuviele, um sie alle im Kopf zu behalten und miteinander zu verknüpfen.
Durch die Satellitenbilder finde ich (unter anderem) die schönen Schleichwege und Nebenstrecken, und kann sie auch aneinander reihen.
Nur mit der Kartenansicht müsste ich alles erst vor Ort ausprobieren, und mir dann auch noch irgendwie auf ner Karte markieren.
Wenn man sich brauchbar in seinem Gebiet auskennt, und/oder andere Ansprüche an seine Tour hat, dann braucht man natürlich keine Satellitenbilder.
Das war zwar jetzt nicht "
kurz", aber hoffentlich erklärend.
immer ne handbreit Gummi auf dem Asphalt
Gruß Achim