LiMa. Unterschiedliche Spannungen am 3-poligen Stecker. Stator, Rotor Problem?

hartkopf

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Hallo zusammen,

meine CBF quält sich hin und wieder beim Anlassen. Ich habe heute Ladespannung, Batterie und Generatorstator überprüft mit folgenden ergebnissen (Prüfung nach Werkstatthandbuch und https://www.louis.de/rund-ums-motorrad/schraubertipps/elektronik):

Spannung Lichtmaschine (am 3-poliger Stecker) bei ca. 4000/min
Pol 1,2 / 59 V
Pol 1,3 / 35 V
Pol 2,3 / 45 V

Prüfung der Ladespannung (an der Batterie gemessen)
• 13,4 V bei laufenden Motor
• 14 V bei laufenden Motor und ca. 5000/min (Soll 15,5 V)

Prüfung des Stators auf Durchgang (am 3-poligen Stecker)
• alle Steckerkombinationen 0,8 Ohm

Prüfung des Stators auf Masseschluss (am 3-poligen Stecker)
• nichts

Ich bin mir unsicher wo genau das Problem liegt. Auf Louis gab es noch folgenden Hinweis zu dem ich aber nichts im Forum gefunden habe:

"Sind die Lichtmaschinenwicklungen in Ordnung und es ergibt sich dennoch eine zu geringe Lichtmaschinen-Wechselstromspannung, ist vermutlich der Rotor entmagnetisiert."

Bis jetzt ist sie noch immer angesprungen. Aber wie gesagt dann tut sich sich aus heiterem Himmel wieder schwer. Ich vermute das hängt unter anderem damit zusammen ob ich davor die Heizgriffe benutzt habe. Aber das habe ich noch nicht exakt überprüft.

Für jeden Tipp dankbar. Gruß,
Jens
 
Entmagnetisierung kann sein, aber unwahrscheinlich. Dann wären die Werte gleich kacke.
15,5v ist einwenig hoch. Beim Ladevorgang bei modernen Maschinen ok, aber nicht bei älteren. Die kennen nur eine Spannung und die ist bei der ladeschlussspannung. Die ist 14,4v.
Man sagt, bei 15v ist es auch noch nicht so schlimm, aber mehr würde ich einer vollen Batterie dann doch nicht geben. Die zerkocht sich oder explodiert.
Nur so am Rande. Das problem hast du ja nicht.
Wie sehen denn die Wiederstände aus? Also von Phase 1 zu Phase 2? Phase 2 zu 3 und 3 zu 1?
Die sollten auch alle gleich sein und bei ca 1 Ohm oder weniger liegen. Ist da auch einer in abhauen?
Dann ist die Lima wohl defekt. Wenn du Glück hast, nur was am Stecker, schlechter Übergang usw. Wenn du Pech hast,ist es drinnen.

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Hallo Jens,
wenn Du den Stecker gezogen hast, dann kann der Drehstromgenerator schon mal etwas "schielen", wenn er im Leerlauf ist. Wenn Du eine Grundlast fährst, dann egalisiert sich das wieder. Es ist jedoch auch so, dass es nicht einfach zu messen ist, da sowohl die Ausgangsspannungen der Wicklungen also auch die Frequenz der erzeugten Spannung sehr drehzahlabhängig sind. Speziell was die Frequenz angeht, können sich einfachere Multimeter schon mal etwas "irren" ... :frech4:

Die DC-Spannungen an der Batterie sind ganz vernünftig. Du hast keinen Masseschluss und die Widerstandswerte der Statorwicklungen sind gleich. Ich würde mir jetzt erst mal keine Sorgen machen.

:Froehlich3:
 
Bis jetzt ist sie noch immer angesprungen. Aber wie gesagt dann tut sich sich aus heiterem Himmel wieder schwer.

Nach dem Motto: ich suche ein Problem, das ich eigentlich garnicht habe.

Denkbare Ursachen für "mal so, mal so":
Es gibt Tage da stehen die Kolben etwas anders (wer mal einen Kickstarter hatte, weiß wovon ich rede) und dann kann so ein Elektrostartautomat sich schonmal etwas schwerer oder leichter tun. Dazu kommt durchaus die Tagesform (respektive Temperatur) der Batterie und die momentane Ölviskosität (auch ein Temperaturding).

Beispiel aus dem Leben eines Laternenparkers:
Nehmen wir einen Tag wie heute. Nachts hatte es etwa 0 Grad Celsius, das Mopped steht schattig vor dem Haus, mir begegnen beim Verlassen der Haustür sonnige 14 Grad, herrlich. Das Mopped ist im Schatten freilich noch kalt und tut sich schwer. Wenn ich eine Stunde warte, bis die Sonne soweit gewandert ist (ja, die wandert nicht wirklich, aber darum geht's garnicht - für die feinfühligen Faktenchecker: die Erde hat sich dann etwas gedreht) dass sie eine halbe Stunde auf's Mopped geschienen hat, dreht der Anlasser gleich ganz anders. Batterie wärmer und das Öl auch. Also unter gefühlt gleichen Bedingungen stehen zu einem minimal verschobenen Zeitpunkt die Sterne (und das ist jetzt eigentlich wieder fast wörtlich zu nehmen) günstiger - in Wirklichkeit "scheinen sie günstiger zu stehen" weil sich unsere reale Situation verändert hat, aber ich gerate ins Metaphysische...

Meine Meinung:
Wenn sie immer anspringt ist doch gut. Und wenn's nach 5 Jahren fast immer arg gequält klingt, dann ist wohl spätestens für die nächste Saison eine Batterie fällig. So hab ich das jedenfalls bisher gehandhabt.

meine(!) Begründung:
Die unterschiedlichen Spannungen an den Phasen lassen sich ganz leicht über geringe Variation der Wicklungsgüte und der durchschnittlichen Magentspaltmaße erklären und solange hinter dem Regler die Welt in Ordnung ist (das scheint mir der wesentliche Zweck des Reglers zu sein) ist alles gut - aber vielleicht mache ich mir das auch alles viel zu leicht...
 
Hallo, mach dir keine Rübe, 14 Volt ist so was von lecker...., wie alt ist die Batterie ?

Gruß Dieter
 
Hallo zusammen,

meine CBF quält sich hin und wieder beim Anlassen.

Hatte meine 2009er auch. Brauchte aber trotzdem nie Starthilfe.

Für jeden Tipp dankbar. Gruß,
Jens

Schau nach draußen, bei dem Wetter hilft nur fahren, fahren, fahren.


BTW: Ein alter Vermesser sagte einmal: "Wer viel misst, misst viel Mist."

In dem Sinne: Raus aus der Garage, und die Sonne putzen. :zwinkern:
 
Danke!

Hallo zusammen,

vielen Dank für Eure schnellen Antworten. Die haben mich jetzt etwas beruhigt. Hintergrund meiner Prüfaktion waren noch zwei weiteren Dinge.

Zum einen hatte ich die Maschine letzte Woche zum TÜV in der Werkstatt. Bei Abholung hat der Meister sie mir in Fahrtrichtung geschoben und angeworfen. Dort kam es dann wieder zu einem quälenden Start. Er fragte mich wann ich die Batterie zuletzt geladen hätte. Das tat ich kurz bevor ich zu ihm fuhr. Daraufhin riet er mir nochmal über Nacht zu laden und das Verhalten zu beobachten. Sollte sich das wiederholen müsste eventuell umfangreich geprüft werden. Man muss dazu sagen das die Batterie ca. 3 Jahre alt ist. Kurz danach hatte ich dann wieder mal einen quälenden Start.

Zum anderen habe ich kurz vor dem TÜV ein teures Motorradtraining für Mitte März gebucht und natürlich ohne Rücktrittsversicherung.

Daher mein leichter Anflug von Panik 😊

Ach ja, darüber hinaus habe ich auch vor kurzen mein erstes Multimeter gekauft. Das wollte mal benutzt werden 😊 Auch habe ich viel Ahnung von nichts, das wollte ich mal angehen. Daher auch der Wunsch von Euren Erfahrungen zu lernen.
Nach Euren Antworten nimm ich mal folgendes mit:

Die Ladespannung von ca. 14 V bei 5000/min sind akzeptable. (Die 15,5 V sollten laut Werkstatthandbuch [Band 5278] gemessen werden)

Die drei unterschiedlichen Spannungen der Lichtmaschine am 3-poliger Stecker bei ca. 4000/min können mit der Ausführung des Stators zusammenhängen. Wobei ein Problem eher mit gleich schlechten Werten zu erwarten ist.

Dazu meine erste Frage. Welche Spannung sollte den ungefähr gemessen werden? Im Werkstatthandbuch habe ich dazu nichts gefunden. Die Prüfung selbst stand auch nicht drin, die habe ich aus dem Louis Artikel.

Dann nehme ich noch mit das so ein quälender Start auch durchaus mit einem Schnupfen zu vergleichen ist. Er kommt und geht und niemand nimmt wirklich schaden. Und zu guter Letzt fahren, fahren, fahren. Heilt Seele und Maschine 😊

Und noch eine zweite Frage. Was würde man den machen, wenn der Rotor entmagnetisiert ist? Austauschen vermutlich, oder? (@Foster: Die Wiederstände betrugen alle 0,8. Soweit Ok.)

Danke nochmals, ich werde jetzt einfach mal weiter beobachten.
 
Die Spannungen müssen alle bei den Phasen gleich sein. Die sind alle gleich gewickelt und der Regler ist auch so konzipiert. Klar, kleine Toleranzen von 5v sind ok, aber keine 30. Messtoleranz des Messgerätes ist auch zu vernachlässigen, wenn man da immer das gleiche Messgerät genommen hat.
Fällt eine Phase weg, dann ist da was nicht in Ordnung. Schlechte Kontakte usw.
Aber zu beachten ist auch, wie man die messspitzen hält. Sollten natürlich bei beiden Messungen auch gleich gehalten werden.
Ein quälender Start würde mich immer stutzig machen. Das er mal eine Umdrehung mehr dreht oder eine weniger hingegen nicht. Ne Batterie, ne gute zumindest, kann den Motor länger als nur ein paar Sekunden mit Kraft durchdrehen. Müht sich der aber ab...
Beobachte es einfach mal und wiederhole die Messungen, wenn die Maschine warm ist. Das macht auch schon was aus.
Werte sollten im standgas direkt nach der Lima bei 20v Wechselspannung anfangen und kann bis 100 hochgehen. Das ganze entsprechend abhängig der Motor Drehzahl. Nach dem Regler sind 15,5 v zu viel. Da zerkocht dir langsam aber sicher die Batterie. Diesen Fehler haben leider so manche Handbücher drin.
Anders sieht es natürlich bei einem intelligenten ladesystem aus. Das haben wir hier aber nicht. Der Regler kennt im Prinzip nur eine Spannung. Und das ist die ladeschlussspannung und sollte in der Theorie nicht über 14,4v sein. Wenn in der Praxis mal 14,6v oder 14,2 v usw anliegt, ist das nicht so schlimm. Kurzzeitige 15 v sind auch nicht tragisch. Sollte halt nicht andauernd Anliegen. Und die Schwankungen kommen ja durch die lastwechsel zu Stande. Der Regler kann halt immer nur nachregeln ;-)

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Spannungsunterschied

Gemessene 24 Volt Unterschied an den verschiedenen Wicklungen haben mit Toleranzen nichts mehr zu tun.
Den nicht vorhandenen Masseschluss würde ich nochmals im hochohmigen Bereich des Multimeters wiederholen und verifizieren.

Gruss
Mentor
 
Nur mal grundsätzlich: Wenn ich den Stator einer CBF prüfen will:
Wäre da nicht erstmal eine Isolationsmessung sinnvoll?
Scheitert wahrscheinlich bei den meisten am Nichtvorhandensein eines Isolationsmessers.
Aber die Messerei an so niederdohmigen Wicklungen mit dem Multimeter führt meist nicht zu einem brauchbaren Ergebnis.
Wer viel misst misst Mist.
 
@hartkopf

Nimm einfach mal die Hilfe der WIKI (klick mich) und die dort ganz unten zu an gehangene Exeltabelle zur Unterstützung.

Zeitgleich würde ich die Batterie überprüfen:

Indem man nach einer Standzeit von ca. zwei Stunden die Spannung mit einem entsprechenden Meßgerät misst:

Sollspannung herkömmliche Batterie 12,5 - 12,8 Volt
Sollspannung wartungsfreie Batterie 12,8 - 13,2 Volt

Liegt die Sollspannung unter den hier angegebenen Werten, sollte die Batterie mit einem geeigneten Ladegerät aufgeladen werden.
Ladegeräte haben eine Ladeschlussspanung von 14,4 Volt. In der Regel beträgt der Ladestrom ein Zehntel der Nennkapazität.

Jetzt gönnt man der Batterie eine Ruhedauer von ca. zwei Stunden.

Sind die zwei Stunden um, misst man erneut die Ruhespannung wie oben beschrieben. Wird die angegebene Ruhespannung nicht erreicht, kann man von einem Defekt der Batterie ausgehen und sollte sie nach Möglichkeit austauschen.
 
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