Bremse quietscht dumpf nach Wechsel

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Man sollte den Gleitbolzen (und dessen "weibliches Gegenstück") nicht mit dem Bremsbelaghaltestift verwechseln. An den Gleitbolzen eines Schwimmsattels (damit er schwimmt/gleitet) kommt Silikonfett. Den Bremsbelaghaltestift kann man mit etwas Kupferpaste oder Keramikpaste einchmieren, wobei mit "einschmieren" wirklich eher homöopathische Dosen gemeint sind.

Kupferpaste und Keramikpaste sind eigentlich "anti-seize"-Mittel (mir fehlt mal wieder das Deutsche Wort). Anti-Festfress-Mittel vielleicht :frech4:. Und noch dazu sehr hitzebeständig, es tropft also nicht weg wenn es heiß wird. Man kann damit z.B. verhindern, dass Gewinde "fressen". Weil es auch recht "pappig" ist, also klebt, hilft es, Schwingungen zu dämpfen und daher wird es gerne an der Rückseite von Bremsbelegen genommen, also als "papp" zwischen dem Bremskolben und dem kupfernen Bremsbelagträger. Es kann daher quietschen verhindern helfen, indem es Schwingungen dämpft.

Keramikpaste ist gewissermaßen eine Art "moderner Ersatz" der Kupferpaste und hat den Vorteil, dass es keine Metallionen einbringt und daher keine galvanische Prozesse anstößt, also quasi völlig neutral und elektrisch isolierend wirkt. Es macht Sinn, ein Trennmittel (da ist das Wort) zu verwenden, wenn man z.B. eine Stahlschraube in einen Aluminiumblock schraubt (CBF1000 vordere Motorhalteschrauben), damit sich die Schraube nicht fest frisst, was sie bekanntlich gerade an dieser Stelle gerne tut. Mit Kupferpaste bringt man ein weiteres Metall ins Spiel, was nicht zwangsläufig schlimm sein muss. Aber mit Keramikpaste vermeidet man das eben. Gleiches gilt für das Zündkerzengewinde. Bei den Trägerplatten der Bremsbeläge, welche sowieso aus einer Kupferlegierung bestehen, ist das völlig egal, an diesen Stellen brauche ich meine Kupferpaste noch auf.

:Froehlich3:
 
Also die Keramikpaste habe ich natürlich auf die Rückseite der Beläge geschmiert, wohin auch sonst. Die Gleitbolzen des Sattels habe ich damit ebenfalls geschmiert aufgrund der Temperaturerwartung.

Also ist es kein Problem mein Allzweck Lagerfett aus dem Louis an den Gleitbolzen zu verwenden obwohl nur bis 130° Celsius (man muss hier ja wohl recht genau sein)? Im Louis gibt es kein Silikonfett. Ich habe die Keramikpaste verwendet, da es als Schmier- und Montagepaste beschrieben wird (und eben Temperaturbeständig).

Aber ich glaube das klärt immernoch nicht das Geräusch beim Bremsen bei geringen Geschwindigkeiten. Ich habe auch das Gefühl das sie in diesem Moment (beim Bremsen bei geringen Geschwindigkeiten) wirklich rubbeln. Sonst (selbst bei 200 km/h) funktionieren sie wie sie sollen.
 
Man sollte den Gleitbolzen (und dessen "weibliches Gegenstück") nicht mit dem Bremsbelaghaltestift verwechseln. An den Gleitbolzen eines Schwimmsattels (damit er schwimmt/gleitet) kommt Silikonfett. Den Bremsbelaghaltestift kann man mit etwas Kupferpaste oder Keramikpaste einchmieren, wobei mit "einschmieren" wirklich eher homöopathische Dosen gemeint sind. Froehlich3:

Ist am Bremsbelaghaltestift nicht ein Gummiring, der mit Silikonfett versehen wird? Den Stift als solches habe ich sonst sauber gebürstet und so gelassen, weil auch die Keramikpaste den Bremsklotz höchstens hemmen würde.
 
Bei einem nicht definierbaren Problem mit den Bremsen in Verbindung mit einem soliden Halbwissen würde ich ja

1. Geschwindigkeiten über 200 km/h vermeiden
2. Die Werkstatt meines geringsten Misstrauens aufsuchen
 
Ist am Bremsbelaghaltestift nicht ein Gummiring, der mit Silikonfett versehen wird? Den Stift als solches habe ich sonst sauber gebürstet und so gelassen, weil auch die Keramikpaste den Bremsklotz höchstens hemmen würde.

Diesem kleinen Plastik oder Gummiring ist es egal, ob und mit was er geschmiert wird und ob überhaupt. Es gibt auch Leute, die darauf bestehen, den Bremsbelaghaltestift überhaupt nicht zu schmieren, sondern nur zu reinigen. Die Bewegungen, die an ihm stattfinden, sind sowieso gering. Es ist halt nur so, dass er mit der Zeit Stufen und Riefen aufweist, welche die Bewegung behindern. Diese zu glätten, ist sinnvoll und wenn ich das schon tue, trage ich auch eine dünne Schicht (z.B.) Kupferpaste auf. Diese erreicht auch den kleinen Gummiring an der Spitze und es schadet ihm nichts.

Silikonfett wird immer gerne genommen für Anwendungen wie "Gelenk unter Gummimanschette". Also z.B. den Gleitstift und die Gelenke des Schalthebelgestänges. Manches Fett ist ggf. in der Lage, Gummi aufzulösen, weil beide aus den gleichen Rohstoffen bestehen (Erdöl). Silikonfett tut das nicht.

Bremsrubbeln hat aber mit diesen Dingen in der Regel nichts zu Tun. In erster Linie ist es die Reibpaarung zwischen Belag und Scheibe, vielleicht auch, wie/ob die Scheibe eingebremst wurde (Stichwort "Transfer-Layer"). Ich habe auch Bremsrubbeln bei niedrigen Geschwindigkeiten, seit sich die EBC-Scheiben auf der CB1300 fahre. Eine Zeit lang habe ich es darauf geschoben, dass diese Scheibe nicht nur Löcher, sondern auch Schlitze hat. Mein Meister sagte mir, es gäbe vielfach Probleme dieser Art, wenn man bei Honda CB/CBF-Modellen Scheiben aus dem Zubehör verwenden würde. Leider wußte ich das vorher nicht und jetzt rubbelt es eben. Da die Bremswirkung aber nicht beeinflußt wird, ignoriere ich das inzwischen, bzw. habe mich dran gewöhnt. Der Grund dafür ist leider auch unbekannt...
Vor ein paar Tagen habe ich neue EBC-Beläge eingebaut und eigentlich sollten diese mit den EBC-Scheiben ja eine gute Paarung bilden. Ich bin gespannt, noch habe ich sie nicht gefahren.

:mx1:
 
Wie sieht es denn nun mit dem Lithiumbasierten Fett aus dem Louis aus, kann ich das auf den Gleitbolzen verwenden? Greift das Fett Gummies an?
 
Lithiumseifenfett ist eigentlich das Standard "WaldUndWiesen"-Fett, was ich zu 95% auch immer verwende. Ich habe das bislang noch mit nichts negativ reagieren sehen. Ich verwende es auch in den Drehpunkten des Schaltgestänges, also die Stelle, wo die Schrauben durch gehen. Dort sind auch Gummilippenringe an beiden Seiten und selbige haben sich noch nie "aufgelöst" durch den Kontakt mit diesem Fett. Ich würde es daher als unbedenklich einstufen, solange mich keiner vom Gegentum übelzeugt :zwinkern:

:Froehlich3:
 
Was spricht gegen die korrekte Verwendung von Silikonfett an dieser so wichtigen Position.
Normales Fett ist auf Dauer der Temperatur nicht gewachsen und es bleiben dann die Feststoffanteile zurück und der Sattel klemmt. Weiterhin mögen die Gummiteile das Fett nicht
 
In allererster Linie muss ich zugeben die schlechte Beziehbarkeit.
 
Das sind Standard Schmiermittel.
Die bekommst du überall!
Wenn du unsicher bist geh in einen gut sortierten Fahrzeug Zubehörhandel und sag dem freundlichen Verkäufer wofür du das Zeug brauchst.

Sorry wenn ich das so sage, aber bist du sicher, dass du an der Bremse deines Mopeds rum spielen solltest??????

Ich will dir nicht zu nahe treten, aber du hast ein Moped was ruckzuck auf über 200 km/h beschleunigt.
Der wichtigere Faktor ist, diese 200 km/ auf möglichst kurzer Strecke, im Fall der Fälle, wieder aus dem Fahrzeug zu bremsen. Mit funktionsfähigen Bremsen!
Mehr sage ich jetzt mal nicht!!!!!!!
 
In allererster Linie muss ich zugeben die schlechte Beziehbarkeit.

Ich habe mir eine Tube Silikonfett bei eBay gekauft, die hält immernoch und ich schraube ja schon recht viel.
Wenn Du das bei Gockel eingibst, wirst Du "erschlagen" von Angeboten.

Liqui Moly Siliconfett Silicon Fett Transparent Silikonfett 100g Silikon 3312

Ein normaler DIYer braucht wohl nur eine Tube im ganzen Leben. :lachen:
 
Ja was kann man nicht bestellen. Aber ich finde es nicht bei Louis, im Baumarkt oder bei ATU. Manchmal hat man halt doch keine Lust eine 100g Fett-Tube, auch wenn günstig, bestellen zu müssen.
 
Ja was kann man nicht bestellen. Aber ich finde es nicht bei Louis, im Baumarkt oder bei ATU. Manchmal hat man halt doch keine Lust eine 100g Fett-Tube, auch wenn günstig, bestellen zu müssen.

Ich habe zugegebenermaßen bei Louis, im Baumarkt oder bei ATU noch nie danach gesucht, weil ich dort nicht hin komme. Ich bin halt so 'ne "faule Socke", die sich alles heim bringen läßt. :Konfus2:

Manchmal ist es halt komisch... Ich habe keine Probleme damit, 10 Stunden lang 'nen Krümmer zu polieren, aber meinen A...llerwertesten mal in den Blaumarkt zu schaffen, schaffe ich nicht. "Keine Zeit" lautet dann die Ausrede coffee
:Froehlich1:
 
. Es ist halt nur so, dass er mit der Zeit Stufen und Riefen aufweist, welche die Bewegung behindern. Diese zu glätten, ist sinnvoll und wenn ich das schon tue, trage ich auch eine dünne Schicht (z.B.) Kupferpaste auf. Diese erreicht auch den kleinen Gummiring an der Spitze und es schadet ihm nichts.


:mx1:

Hallo

Deshalb breche ich beim Bremsbelag die Kanten ( Dreikantschaber ), damit diese nicht in den Bolzen hacken.

Gruß Dieter
 
Das stimmt, ich habe damit schon der einen oder anderen Mischbatterie im Haus das Leben gerettet. Es wird auch zur Instandhaltung/Wartung von Kaffeeautomaten verkauft, allerdings in homöopathischen Dosen zum horrenten Preis. :boewu7:

:Froehlich3:
 
Also ich habe heute die Bremsen vorne nochmal abmontiert. Die Gleitbolzen und die Gegenstücke gereinigt und mit dem Lagerfett geschmiert, da die Post das Silikonfett nicht geliefert hat. Ich habe mit einer Feile die Kanten angeschliffen und mit Keramikpaste auf der Rückseite beschmiert. Mit den richtigen Drehmomenten wieder angebaut, aber das Quietschen kurz vor dem stehenbleiben ist noch da.

Tja, anscheinend muss ich damit erstmal leben.
 
Keine Ahnung, ob mein gefährliches Halbwissen, gepaart mit eigener Erfahrung, in diesem Fall weiterhilft. Ich gebe dennoch mein Bestes:

Ich fahre derzeit organische Beläge (vorne / hinten), gepaart mit Originalscheiben. Und, oh seltsam, das Bremsen hört sich anders an als mit Sintermetallbelägen. Ausserdem habe ich den Eindruck, dass das ABS lauter arbeitet bzw. stärker regelt.

Ob meine Geräuscheindrücke jene sind, die auch den Threadstarter umtreiben, weiss ich nicht.
 
Wenn keine Orginalbeläge eingebaut werden kommt es auch durch unterschiedliche Reibwerte zwischen Belägen und Scheibe zu anderen Geräuschen als sonst.

HaWe
 
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