KiloZeBeF
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Irgendwann wird jemand anderes mit ihr glücklich, oder ich behalte sie, die CBF... aber die Suche geht weiter nach höher, schneller, weiter. Heute im Programm eine R1200R mit allem Schnick und Schnack wie sie beim Freundlichen ums Eck im Schaufenster steht, damit der potentielle Kunde garnicht auf die Idee kommt irgendwas davon nicht zu brauchen.
Wir reden über Dinge die man mal spüren wollte wie das ESA-Fahrwerk, erfahren von Sinn und Zweck eines Quickshifters mit Blipper, gelangweiltes Zappen durch den Informationsgehalt eines Bordcomputers "Pro", aber auch so Kruschd wie Reifendrucksensoren, automatisches Tagfahrlicht und ein Tempomat. Eine Stunde wird mir gewährt. Bitte Nachtanken. Aber gern doch.
Erstmal anmachen und aufsitzen. Ergonomisch bin ich bestens aufgehoben. Hm, wie die F800 ist auch die 1200er Boxer akustisch nicht besonders tief und bollerig abgestimmt. Subjektiv scheint sie für den gewaltigen Hubraum eher leise, was nicht unangenehm ist. Und überhaupt begegnet mir in den nächsten 50 Kilometern einfach nichts was unangehm ist... ich sitze ohne es zu merken, bediene alles intuitiv und quäle mich nur ein wenig mit dem langen Leerweg des Handbremshebels.
Fazit: Haptik und Anmutung... was soll man sagen? So mutt datt!
Das Befahren einer 30er-Zone geht StVo-konform im Dritten ohne irgendwelches Ruckeln bei weniger als 2000 Umdrehungen... brav. Raus aus der Ortschaft und mal am Gas gezupft, Holla! bis 2500 Umdrehungen schüttelt sich der Zweizylinder bei respektablem Vorschub und danach schnurrt die Maschine, dass man sich fragt wie das BMW mit den bewegten Massen hinbekommen hat. Nahezu virbrationsfrei, keinerlei spürbare Drehmomentdelle. Klick 4, Klick 5, Klick 6 der Shifter, Klick 5, Klick 4, Klick 3 - raufwärts immer mit gefühlt etwas zuviel Schub nach dem Gangwechsel, runter mit automatischem Zwischengas und meist richtig smooth. Funktioniert beeindruckend einfach und bei Drehzahlen über 3000 nahezu ohne Klonk, Klack oder Klick. Bei Geschwindigkeiten die man legalerweise innerorts fährt ist besser die althergebrachte Schaltweise angesagt - finde ich. Die leichtgängige Kupplung lädt ohnehin dazu ein.
Fein also der Shifter, aber die Art von Schnippes, die ich vielleicht brauchen würde, wenn ich's gewohnt wäre, aber "von Hand" gehen die Gangwechsel insbesondere nach oben dann doch weicher, der Shifter hilft vielleicht in großer Not bei kritischen Überholmanövern den letzten rettenden Meter vor dem gegenverkehr zu machen... Der Blipper runterwärts ist aber geil, weil man problemlos einhändig oder zumindest ohne Kupplungseinsatz das Überholen oder eine Kurve vorbereiten kann wenn man es eilig hat.
Fazit: der Shifter ist mir eigentlich wurscht, kann aber was.
Beim Gasaufmachen hat man besser wieder beide Hände in Position... nicht etwa weil da die Gasannahme abrupt wäre, oder Spiel im Kardanstrang einen Schlag gäbe, sondern weil das Maschinchen wirklich mächtig anschiebt. Selbst bei niederen Drehzahlen kann man recht grobmotorisch mit dem Gasgriff umgehen, ohne dass irgendetwas grobschlächtig umgesetzt würde. Wow! Da haben die eine richtig gute Abstimmung hinbekommen. Motor und Antriebsstrang machen Spaß. Kein Lastschlag, kein Spiel, damit lässt sich sicher prima auch engstes Winkelwerk bespielen. Dicker Punkt für Motor und Kardan! Bin nach ursprünglicher Skepsis nachhaltig beeindruckt.
Und jetzt das spannendste: ESA, Fahrwerk, Straßengefühl. Ich sag's euch: das funktioniert, das Fahrwerk. Aber bei aller Euphorie über den Antrieb ist das Kapitel Fahrgefühl mindestens so traurig, wie der Leerweg am Bremshebel. Man hat keine Sorgen, dass da irgendwas nicht geht, aber ganz ehrlich: ein vor einigen Monaten anprobierter "billiger Japaner" vermittelte mir wesentlich klarer was "da unten" passiert. Die R tut alles ausgesprochen souverän, schluckt alles weg was man nicht spüren will und vielleicht sogar ein bisschen zuviel. Genial zum zügig cruisen, ganz eigentümlich wenn man's nicht kennt und einer Kurve mal zeigen welche Möglichkeiten man mit modernem Gerät für möglich hält... sind's die Z8? Ich habe mich bei engagierten Kurven ähnlich undefiniert gefühlt wie auf der ausgelutschten Dicken mit den wenig sportiven MPR4. Nur beim Ankern ist die R vorne etwas klarer. Aber erwartet hatte ich da mehr.
Fazit: Fahrwerk fast noch so komisch wie der alte Telelever.
Insgesamt: Das ganze Ding ist insgesamt sehr stimmig und könnte genau das Ding sein, das ich mir für gemütlich bis flott vorstellen kann, mit hinreichend Leistungsreserven für den gepflegten Wahnsinn auf Landstraßen. Als RS wäre sie dann mit der Scheibe auch noch langstreckentauglicher. Bleibt die gehobene Preisklasse ins Verhältnis zu setzen zum Suchtfaktor der gemachten Eindrücke... und je länger ich drüber nachdenke formuliert irgendwas in mir immer deutlicher die Worte: "wenn Du das tust, sind wir geschiedene Leute". Schade eigentlich... vielleicht gewinne ich ja im Lotto und stell sie mir einfachso hin, ohne sie wirklich zu brauchen. Haben wollen würde ich sie schon gern.
Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit
Wir reden über Dinge die man mal spüren wollte wie das ESA-Fahrwerk, erfahren von Sinn und Zweck eines Quickshifters mit Blipper, gelangweiltes Zappen durch den Informationsgehalt eines Bordcomputers "Pro", aber auch so Kruschd wie Reifendrucksensoren, automatisches Tagfahrlicht und ein Tempomat. Eine Stunde wird mir gewährt. Bitte Nachtanken. Aber gern doch.
Erstmal anmachen und aufsitzen. Ergonomisch bin ich bestens aufgehoben. Hm, wie die F800 ist auch die 1200er Boxer akustisch nicht besonders tief und bollerig abgestimmt. Subjektiv scheint sie für den gewaltigen Hubraum eher leise, was nicht unangenehm ist. Und überhaupt begegnet mir in den nächsten 50 Kilometern einfach nichts was unangehm ist... ich sitze ohne es zu merken, bediene alles intuitiv und quäle mich nur ein wenig mit dem langen Leerweg des Handbremshebels.
Fazit: Haptik und Anmutung... was soll man sagen? So mutt datt!
Das Befahren einer 30er-Zone geht StVo-konform im Dritten ohne irgendwelches Ruckeln bei weniger als 2000 Umdrehungen... brav. Raus aus der Ortschaft und mal am Gas gezupft, Holla! bis 2500 Umdrehungen schüttelt sich der Zweizylinder bei respektablem Vorschub und danach schnurrt die Maschine, dass man sich fragt wie das BMW mit den bewegten Massen hinbekommen hat. Nahezu virbrationsfrei, keinerlei spürbare Drehmomentdelle. Klick 4, Klick 5, Klick 6 der Shifter, Klick 5, Klick 4, Klick 3 - raufwärts immer mit gefühlt etwas zuviel Schub nach dem Gangwechsel, runter mit automatischem Zwischengas und meist richtig smooth. Funktioniert beeindruckend einfach und bei Drehzahlen über 3000 nahezu ohne Klonk, Klack oder Klick. Bei Geschwindigkeiten die man legalerweise innerorts fährt ist besser die althergebrachte Schaltweise angesagt - finde ich. Die leichtgängige Kupplung lädt ohnehin dazu ein.
Fein also der Shifter, aber die Art von Schnippes, die ich vielleicht brauchen würde, wenn ich's gewohnt wäre, aber "von Hand" gehen die Gangwechsel insbesondere nach oben dann doch weicher, der Shifter hilft vielleicht in großer Not bei kritischen Überholmanövern den letzten rettenden Meter vor dem gegenverkehr zu machen... Der Blipper runterwärts ist aber geil, weil man problemlos einhändig oder zumindest ohne Kupplungseinsatz das Überholen oder eine Kurve vorbereiten kann wenn man es eilig hat.
Fazit: der Shifter ist mir eigentlich wurscht, kann aber was.
Beim Gasaufmachen hat man besser wieder beide Hände in Position... nicht etwa weil da die Gasannahme abrupt wäre, oder Spiel im Kardanstrang einen Schlag gäbe, sondern weil das Maschinchen wirklich mächtig anschiebt. Selbst bei niederen Drehzahlen kann man recht grobmotorisch mit dem Gasgriff umgehen, ohne dass irgendetwas grobschlächtig umgesetzt würde. Wow! Da haben die eine richtig gute Abstimmung hinbekommen. Motor und Antriebsstrang machen Spaß. Kein Lastschlag, kein Spiel, damit lässt sich sicher prima auch engstes Winkelwerk bespielen. Dicker Punkt für Motor und Kardan! Bin nach ursprünglicher Skepsis nachhaltig beeindruckt.
Und jetzt das spannendste: ESA, Fahrwerk, Straßengefühl. Ich sag's euch: das funktioniert, das Fahrwerk. Aber bei aller Euphorie über den Antrieb ist das Kapitel Fahrgefühl mindestens so traurig, wie der Leerweg am Bremshebel. Man hat keine Sorgen, dass da irgendwas nicht geht, aber ganz ehrlich: ein vor einigen Monaten anprobierter "billiger Japaner" vermittelte mir wesentlich klarer was "da unten" passiert. Die R tut alles ausgesprochen souverän, schluckt alles weg was man nicht spüren will und vielleicht sogar ein bisschen zuviel. Genial zum zügig cruisen, ganz eigentümlich wenn man's nicht kennt und einer Kurve mal zeigen welche Möglichkeiten man mit modernem Gerät für möglich hält... sind's die Z8? Ich habe mich bei engagierten Kurven ähnlich undefiniert gefühlt wie auf der ausgelutschten Dicken mit den wenig sportiven MPR4. Nur beim Ankern ist die R vorne etwas klarer. Aber erwartet hatte ich da mehr.
Fazit: Fahrwerk fast noch so komisch wie der alte Telelever.
Insgesamt: Das ganze Ding ist insgesamt sehr stimmig und könnte genau das Ding sein, das ich mir für gemütlich bis flott vorstellen kann, mit hinreichend Leistungsreserven für den gepflegten Wahnsinn auf Landstraßen. Als RS wäre sie dann mit der Scheibe auch noch langstreckentauglicher. Bleibt die gehobene Preisklasse ins Verhältnis zu setzen zum Suchtfaktor der gemachten Eindrücke... und je länger ich drüber nachdenke formuliert irgendwas in mir immer deutlicher die Worte: "wenn Du das tust, sind wir geschiedene Leute". Schade eigentlich... vielleicht gewinne ich ja im Lotto und stell sie mir einfachso hin, ohne sie wirklich zu brauchen. Haben wollen würde ich sie schon gern.
Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit
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