Altes Mopped wieder aufgetaucht….

Oerst

Stammtisch Mod
Teammitglied
Moin zusammen und hier ein ‚Anekdötchen‘ für die, die sich ein Mopped gebraucht kaufen wollen….
Mich kennt ja keiner, daher ist das hier alles anonymisiert und frei aus dem Hirn gedrückt….

Ich habe mir in 2010 ein schönes schwarzes Motorrad gekauft, was mir nicht schwarz genug war, daher habe ich einige Teile nachlackieren lassen. Im Nachhinein ein gutes Wiedererkennungsmerkmal.

Mit dem Mopped hatte ich dann in 01/11 einen Wildunfall mit Totalschaden (habe ich hier sicher auch irgendwo erzählt), wobei die teuersten Ersatzteile Rahmen und Krümmer waren und dort ‚nur‘ kleine Kratzer zu sehen waren. (Wurde nie vermessen).
Ich habe mich aber gegen eine halbherzige Reparatur (ohne Rahmen und Krümmer) entschieden und den Schrott (vermittelt über meinen HH) verkauft.

Kurze Zeit später habe ich das Mopped dann bei mobile.de gesehen (an den schwarzen Nachlackierungen eindeutig wieder erkannt) und dort fehlte der Hinweis, dass es ein Unfallmotorrad ist.

Da ich gehöre zu den Leuten, die es nicht mögen, wenn sie vera* werden oder andere vorsätzlich vera* werden (bei so ernsten Dingen wie Moppedkauf), habe ich mobile.de angeschrieben, dass ich der Meinung bin, die Anzeige sei nicht i.O., da Mopped = reparierter Totalschaden. Die Anzeige verschwand dann auch.

Seitdem wartete ich eigentlich darauf, dass sich jemand bei mir meldet, weil er das Mopped gekauft hat und mal nachfragen möchte….

Und vorgestern war es dann soweit….

Nette Mail, dass er mich über meine Internetseite schnell gefunden hat (da ist auch noch ein Bild des Moppeds drauf), mit der Frage, warum ich die abgegeben habe, dass ja ein Sport ESD auf meinem Bild sei, der aber nach einem Umfaller wohl verkratzt war und jetzt wieder der orignial ESD dran ist,….. und auch (sehr nett, hätte ich nicht gemacht) der Hinweis, dass er mich nicht belästigen möchte und mir nicht noch einmal schreiben würde, wenn ich mich nicht melde.

Tja, also habe ich ihm dann wohl ‚die Wahrheit‘ schreiben dürfen, dass es ein Totalschaden war und ich die durchgeführten Reparaturen nicht beauftragt habe und nicht beurteilen kann.

Da klappte dann erst einmal eine Kinnlade runter. Der Preis war eigentlich wohl Ok, aber nicht bei einem Unfallmotorrad.

Nach einigem Informationsaustausch (auch Zitate aus dem Gutachten, was ich ja habe) und Ansicht des Moppeds (kein neuer Rahmen, nur ‚beilackiert‘) hat der Händler des Käufers die Historie des Moppeds mal versucht zu durchleuchten….

Das Motorrad ist wohl in 2011 als „Wanderpokal“ bei mehreren Zwischenhändlern durchgereicht worden und beim jetzigen Händler mit „Umfaller, beilackiert“ angekommen.

FAZIT: Vorbesitzer kontaktieren ist nie verkehrt!

Oerst
 
Hallo Oerst,

das ist schon heftig. Ich habe nach meinem Unfall auch immer mal geschaut, ob ich sie wiederfinde, weil ich mir so etwas nämlich auch gedacht habe. Dies wird vermutlich auch kein Einzelfall sein. Ich kontaktiere auch immer die Vorbesitzer. Mit dem von meiner jetzigen fahre ich sogar ab und zu mal zusammen ein Tourchen.

Gruß Bill
 
Hallo,

Ist ja auch super verlockend. Die Teile werden ja durch die Versicheerungen über die Restwertbörsen verkauft oder wie man das auch immer nennt.
Dass da das eine oder andere Mopped mit geringstem Aufwand geflickt wieder auftaucht, ist doch sonnenklar. Und da sowas selten auffliegt ist das
auch ein einträgliches Geschäft. Solange die Versicherungen so handeln wird sich daran auch gar nix ändern. Also immer aufgepasst beim Gebrauchtkauf

Gruß Uwe
 
Ist mir auch schon passiert, allerdings mit ner Dose. War auch ein Totalschaden, ein halbes Jaht später hat mich jemand angerufen ob ich noch die ABE von ... habe.
Ich habe Ihn dann erstmal aufgeklärt und er ist aus allen Wolken gefallen. Es wurde nur aufgrund eines Kratzers nachlackiert, hat man Ihm gesagt. Er hat gewandelt.
 
Ach nee, jetzt habe ich von dem Typen gehört, dass ich ja wohl bescheuert sei, ihm seinen Deal zu versauen und ich Teile des Gutachtens ja nicht einfach so weitergeben dürfe...

Hammer, was der so denkt.....


Oerst
 
Soweit ich weiß, ist ein nicht deklarierter Unfallschaden arglistige Täuschung und damit zumindest in D ein Straftatbestand. Der Typ sollte also froh sein, wenn er nicht noch eine Anzeige kassiert. Und dann müsste er erstmal nachweisen, dass er selber auch getäuscht wurde und von dem Wildunfall nix wußte...
 
Anmerkungen

Die Versicherungen erfassen die regulierten Unfallfahrzeuge. Wer also 2x einen Totalschaden abrechnen will, hat ein Problem.

Allerdings schützt das nicht vor den "drüber polier und es ist wieder gut" Arschlöchern.

Arglistige Täuschung und Betrug, der auch bei einen Verkauf unter Privaten (wo die Gewährleistung ausgeschlossen wurde) zu Schadensersatz oder Rücktritt berechtigt, geht nur dann durch,
wenn der Verkäufer vom Unfall wußte.
War der einer von vielen in der Reihe, dann wird dem kaum nachzuweisen sein, dass er was wußte.:wirr2:

Genauer: bloß weil ich eine Unfallmaschine gekauft habe, kann ich nicht immer Arglist nachweisen.

Nur ein Kauf vom Erstbesitzer macht die Sache leichter.

Anders sieht es bei Kauf vom Händler aus, der kann die Gewährleistung nicht ausschliessen. Hat der noch eine eigene Werkstatt, muss er das Motorrad mal wenigstens gecheckt haben.

Ich persönlich würde nie ein gebrauchtes Kfz von privat kaufen.

Gruß

Agent Orange
 
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