Ich habe sehr viele Versuche mit verschiedenen Scheiben und Sitzeinstellungen gemacht.
Hintergrund ist bei mir mein Tinnitus. Ich war gezwungen die Geräusche im und um den Helm deutlich zu verringern – oder mit dem Motorradfahren aufzuhören.
Die Geräusche am und im Helm und auch das Schütteln des Kopfes werden durch die Turbulenzen erzeugt, die von der oberen Luft-Abrisskante des Windschildes erzeugt werden.
Meiner Meinung nach beginnt diese Abrisskante direkt oberhalb einer waagerechten Linie der Scheibenoberkante zum Fahrer. Die starken Turbulenzen gehen dann von dort ca. 15 bis 20 cm nach oben. Wenn der Helm in diesem Bereich liegt – dann pfeift, brummt, dröhnt, zischt oder schüttelt es mehr oder weniger. Die Geräusche, die dann auftreten sind zwar bei jedem Helm anders – aber die Ursache liegt nicht bei den Helmen sondern in der nicht korrekt eingestellten Scheibe.
Einschub: wie leise ein Helm ist kann jeder selbst feststellen, wenn er mal bei 120km/h aufsteht und den Kopf nach oben streckt. NÄTÜRLICH AUF EIGENES RISIKO UND NUR MIT RUTSCHFESTEN SCHUHEN UND ENTSPRECHENDEM FAHRKÖNNEN!!!!!!!!
Mein Schuberth C3 ist dann superleise!
Zur Einstellung der Scheibe gibt es – meiner Meinung nach – zwei Szenarien:
1. Fahrer mit kleinerer Köpergröße können eine hohe Scheibe nehmen und diese in der oberen Position befestigen. Wenn die Scheibenoberkannte dann auf Höhe der Nasenspitze des Fahrers (oder darüber) ist könnte ich mir vorstellen, dass der Abriss-Luftstrom und die Turbulenzen über den Helm hinweg geleitet werden. Ich nehme an, dass man für diese Variante nicht größer als 170cm sein darf und man sollte eine große Scheibe (Givi oder Puig – habe ich noch hier) nehmen und diese in der oberen Position montieren. Das wäre meiner Meinung nach eine optimale Lösung.
2. Ich bin 187cm groß und deshalb waren alle Versuche wie unter 1. beschrieben für mich nur negativ.
Wenn man es nicht schafft den Abriss-Luftstrom und die Turbulenzen über den Helm zu leiten bleibt meiner Meinung nach nur die Montagemöglichkeit der Scheibe wie jetzt beschrieben.
Man muß den Abriss-Luftstrom und die Turbulenzen deutlich unterhalb des Helmes legen. Der Helm liegt dann im einigermaßen ruhigen Fahrtwind. Es wird dort noch nicht so ruhig sein wie einen halben Meter höher – aber es gibt eine deutliche Verbesserung.
Man muß eine kleinere Scheibe auf der unteren Position montieren und damit den Luftstrom und die Turbulenzen in etwa auf die obere Burst bzw auf die Oberkante der Schulter legen.
Ein Problem gibt es dabei: die Scheibe muß so niedrig montiert sein, dass der Abriss-Luftstrom und die Turbulenzen nicht die Unterseite des Helms erreichen. Dies ist der empfindlichste Teil jeden Helms. Oft liegt auch hier die Ursache für Pfeifen, Zischen und Dröhnen. Ein breiter Schal oder Schlauchschal hilft in vielen Fällen schon sehr gut.
Ich habe Versuche mit der Original-Scheibe und der MRA-Scheibe in der unteren Montageposition gemacht. Die Original-Scheibe habe ich auch noch einmal ca 4cm gekürzt Dann wird es prima – aber der Winddruck auf den Oberkörper nimmt natürlich zu. Wird bei Regen auch nicht so angenehm sein.
Ich fahre jetzt mit der MRA-Scheibe in unterer Montageposition und habe den Tourenspoiler montiert und diesen sehr flach (Oberkante nahe zur Scheibe) gestellt. (Dies wird wohl auch mit dem normalen Spoiler funktionieren.) Ich erhoffe mir durch diese Einstellung des Spoilers die Breite der Luftstrom- und Turbulenzenströmung zu minimieren und unter die Helmunterseite zu legen.
Hab natürlich keine Windkanalversuche gemacht – alles basiert auf persönlichen Eindrücken.
Vielleicht hilft mein Geschreibsel ja dem einen oder anderen
Gruß
Fred
PS: zur weiteren Geräuschminimierung fahre ich natürlich mit Ohrstöpsel (Alpine – kosten zwar etwas mehr - aber sind top)