Warum so ein geringes Sicherheitsbewustsein in manchen anderen Ländern?

Der_Ray

Member
Hallo Leute,

bin gerade mal wieder auf ein sehr trauriges Video gestosen (was ich hier nicht verlinken werde).
Zusammenfassung: Motorradunfall mit 2 Motorrädern und 4 toten Personen, Ort: irgendwo in der Dominikanischen Republik.

In meinem Leben war ich schon drei mal dort, ein schönes fleckchen Erde.
Aber jedes mal als ich dort war (das gillt aber auch für viele andere Länder) ist mir aufgefallen, dass 99,x % der Motorrad- & Quad- Fahrer keine Schutzkleidung und vor allem keinen Helm tragen.
Wenn mal ein Helm angezogen wird, dann ist der locker 30 Jahre alt, total rampuniert und der verschluss wird nicht benutzt :wirr2:

Klar verstehe ich das es in solchen Ländern oft am Geld mangelt etc... und deswegen kein Schubert-Helm und das beste Schwabenleder gekauft werden kann. Aber lieber irgend einen Helm als gar keinen.
Mich würde mal wirklich interessieren, warum in solchen Ländern das Sicherheitsbewusstsein quasi gegen null geht... ich meine die Menschen sind ja nicht dumm und irgendwann müsste man doch aus den Verkehrstoten, den Nachrichten und Meldungen lernen und persönliche Konsquenzen ziehen.
 
Mich würde mal wirklich interessieren, warum in solchen Ländern das Sicherheitsbewusstsein quasi gegen null geht... ich meine die Menschen sind ja nicht dumm und irgendwann müsste man doch aus den Verkehrstoten, den Nachrichten und Meldungen lernen und persönliche Konsquenzen ziehen.

In meiner Mopedzeit um 1973 gab es noch KEINE Helmpflicht, KEINE Gurtenpflicht für PKW.
Ich sehe das als Lernprozess von Ländern welche eben auf dem selben Stand sind wie wir vor 50 Jahren.

Gruss
Mentor
 
Als es hier noch keine staatlich verordnete Helmpflicht gab, fuhr man auch "oben ohne", und es hat auch keinen gejuckt. Ich selbst bin noch mit dem Mofa ohne Knitterfreien gefahren, und es war normal. Und hey, das Mofa lief nicht nur 25... :frech4: Erst mit der Pflicht kam mit der Zeit dieses gefühlte Sicherheitsbedürfnis auf. Das Gleiche gilt doch für die Anschnallpflicht in der Dose. Früher hat es einem widerstrebt, heute (dank Pflicht) kann zumindest ich nicht mehr ohne, weil mir was fehlt und ich mir "nackt" vorkomme. Es braucht also offenbar etwas Druck von oben.

Ich könnte mir vorstellen, wenn man in der DomRep mit vollem Ornat fährt, wird man verwundert angeguckt, richtig?

Edit: Mentor war schneller. :Froehlich3:
 
Mich würde mal wirklich interessieren, warum in solchen Ländern das Sicherheitsbewusstsein quasi gegen null geht... ich meine die Menschen sind ja nicht dumm und irgendwann müsste man doch aus den Verkehrstoten, den Nachrichten und Meldungen lernen und persönliche Konsquenzen ziehen.

Da gibt es aber auch hier genug "dumme" die mit kurzer Hose und T-Shirt Mopped fahren..... da brauchen wir so weit gar nicht in andere Länder schauen :Froehlich1:
 
Mich würde mal wirklich interessieren, warum in solchen Ländern das Sicherheitsbewusstsein quasi gegen null geht...

Versteht mich nicht falsch, ich will nix gegen Schutzkleidung sagen (ohne geht bei mir garnix), aber sieh es doch einfach auch mal andersrum: warum haben wir hier ein so ausgeprägtes Sicherheitsbewusstsein? (ähm... naja... zumindest einige, zumindest teilweise... und so...)
Abgesehen davon, dass auch hier einigen das nötige Kleingeld für "durchorganisierte Sicherheit" fehlt, haben wir doch im allgemeinen für jeden denkbaren Pups eine Schutzvorrichtung oder zumindest eine Vorschrift. Und am besten noch die passende Versicherung.
Wenn das die Leute aus "solchen Ländern" sehen, lachen sie sich vermutlich halb tot (könnt ich mir zumindest gut vorstellen).

Möglicherweise ist einfach die Einstellung zum Leben eine andere. Nicht das "diese Leute aus solchen Ländern" nicht gerne Leben würden, aber die Einstellung, die Priorisierung, und der Umgang mit allem was "Leben" bedeutet, dürfte sich doch ein winzig-kleines-bischen von "uns" unterscheiden.
Denk ich mir halt so...


Und dann sehe ich noch einen ganz anderen Aspekt: schnöder Mammon
Wenn bei uns jemand durch Unfall eine Versorgung benötigt, evtl. sogar auf lange Zeit oder lebenslang, dann entsteht der entsprechenden Versorgungskasse "ein Schaden". Um das möglichst zu reduzieren, werden wir halt auf "Sicherheit", sprich Schadensvermeidung geeicht. Andernfalls wären die Kosten vermutlich auch in keiner Weise mehr zu stemmen.
In "solchen Ländern", wie Du sie ansprichst, dürfte die Kranken-, Unfall- und Pflegeversicherung erheblich magerer ausfallen, oder garnicht vorhanden sein. Dementsprechend entsteht dort auch nicht ein so "hoher Schaden", und den Regierungen und Institutionen ist das Thema nicht so wichtig.
Denk ich mir halt auch so...
 
Man könnte darauf kommen, dass es daran liegt, das wir eben wirklich "typisch deutsch" sind, und zwar mit allen Atributen, welche die Bewohner der Nachbarländer uns attestieren. Wir sind ja auch das einzige Land auf diesem Planten, welches denselben durch Dieselfahrverbote rettet, weil bei uns schon immer die totale Regulierungswut herrschte. Wir bürokratisieren uns hier noch zu Tode.
 
Es wurde ja schon viel geschrieben, neues fällt mir im Moment auch nicht ein. Stichproben zeigen aber, dass bei uns im Land bzw. Europa manches funktioniert. Wenn wir noch eine Schüppe drauflegen wollen, sollten wir uns z.B. Island oder Norwegen als Vorbilder nehmen und auf Ratschläge aus den USA, Kuba aber insbesondere aus der im 1. Post genannten DomRep verzichten.
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Weshalb wer ohne "ausreichende" Schutzbekleidung fährt, muss man wohl diejenigen selbst fragen, die es tun. Ich bin früher auch eher leicht bekleidet und unbesorgt gefahren und halte mich selbst heute nicht an alles, was ich selbst für vernünftig halte - immerhin habe ich dann ein schlechtes Gewissen und fahre etwas zurückhaltender. Früher, als ich noch unsterblich war, hatte ich kein schlechtes Gewissen, sondern sehr viel Spaß, aber/und auch viel Glück.
Seit ich "gute" Kleidung habe, ist mir jedenfalls mehr passiert als damals. Rein statistisch ist also aus meiner Sicht das Fahren in Jeans und T-Shirt sicherer, als das Fahren mit Leder.
Soll jetzt keine Werbung für riskantes Fahren ohne Schutzkleidung sein - aber ich denke man nimmt sich einiges an Lebensqualität, wenn man Risiken (vermeintlich!) minimiert - die man unter anderem eingeht, um mehr Spaß zu haben. Und freilich passiert im Falle eines Hoppalas weniger Schaden, wenn man um sich rum eine ordentliche Schutzhülle hat - das sieht man ja am relativ geringen Verletzungsrisiko beim Autofahren.
Fahrtwind und Regen auf nackter Haut erlebt man nur ohne Ganzkörperschutz. Ein Mückenschwarm an einem milden Sommerabend auf dem Rückweg vom Badesee in Shorts und Shirt ist ein Erlebnis, das man nicht braucht, aber mal gehabt hat, wenn man mal unbesorgt gefahren ist.
Feind- und Bodenkontakt vor angemessener Geschwindigkeitsanpassung ist halt mit Unfall- und Lebensversicherung sehr viel schöner... äh, vielleicht weniger schlimm... sind nur einige Aspekte, die man kontrovers sehen kann. Die Überregulierung durch irgendwelche Politfuzzis spielen da meiner Meinung nach eine untergeordnete Rolle.
In einem Land, in dem die Menschen Lebensversicherungen abschließen, weil sie Angst vor dem Sterben und seinen Folgen haben, muss man sich über nichts wundern. Noch schreiben und lesen wir hier, aber in ein paar Jahren macht's wenig Unterschied, ob wir mit oder ohne Schutzkleidung Mopped gefahren sind. Wurmfutter, so oder so. (ich geb zu, das war jetzt eine Anmerkung aus der eher düsteren Ecke)
 
?

sollten wir uns z.B. Island oder Norwegen als Vorbilder nehmen und auf Ratschläge aus den USA, Kuba aber insbesondere aus der im 1. Post genannten DomRep verzichten.

Am Treppenaufgang einer "Norwegischen" Firma im deutschen Sprachraum angebrachtes Hinweisschild:

Benutzen sie den Handlauf, helfen sie Unfälle zu vermeiden!

In der Werkshalle werden Übertretungen von Sicherheitslinien um 0,5cm von 20 vorwurfsvollen Augenpaaren geandet.

Diese Beispiele sind Symptom für eine Lebenseinstellung.

Gruß
Mentor
 
Zuletzt bearbeitet:
Am Treppenaufgang einer "Norwegischen" Firma im deutschen Sprachraum angebrachtes Hinweisschild:

Benutzen sie den Handlauf, helfen sie Unfälle zu vermeiden!

Da würde ich dann behaupten:

Das Risiko, sich an dem Handlauf eine schwere Infektion zu holen, ist um ein Vielfaches größer, als sich durch Sturz von der Treppe zu veletzen.

Gruß Thomas
 
Wenn man schon zu alterssteif ist, um sich ordentlich auf's Mopped zu hocken ()tm), sollte man die Gefahren beim Treppengehen etwas ernster nehmen. Eine Infektion holt man sich dann bei der chirurgischen Versorgung des Oberschenkelhalses.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Am Treppenaufgang einer "Norwegischen" Firma im deutschen Sprachraum angebrachtes Hinweisschild:

Benutzen sie den Handlauf, helfen sie Unfälle zu vermeiden!
Dafür muss man nicht nach "Norwegen" schauen. Ist bei Siemens in Krefeld gang ung gäbe. Wer sich nicht dran hält, kriegt Ärger (eigene Mitarbeiter) oder fliegt raus (Fremdfirmen). Interessant wird das, wenn man mal was trägt, was beide Hände beansprucht.
 
Freilich! Von mir aus kannst Du hocken, wie's Dir passt. Aber das mit den Treppen wird tatsächlich hintenraus ein ernst zu nehmendes Thema. Ich glaube es sterben mehr Menschen als Treppenstürzen mit anschließender MRSA-Infektion und liegendstationär provozierter Lungenentzündung, als im Straßenverkehr. Ist aber rein spekulativ.
Unter anderem wegen DEM hab ich ja auch mein Klapprad gekauft... so haben wir beide unseren Schaden weg bekommen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
letztes Jahr hat mir der Notarzt bei meinem Unfall gratuliert, weil ich trotz Hitze "das volle Programm" anhatte. Für mich ist die Diskussion überflüssig.

Ich habe für jedes Wetter die richtige Montur, als ich noch nicht genug Kohle dafür hatte gabs auch mal Gebrauchtes aus der Bucht. Da kosten z.B Stiefel oft weniger als ein Blinker...

Meine Meinung dazu: Wer ohne Schutzausrüstung fährt soll die dadurch entstandenen Heilkosten erstmal selber tragen. Das würde die Gemeinschaft entlasten. Wie bei Hartz4 das Privatvermögen ermitteln und damit bis zum Selbstbehalt die Kosten abdecken.

Schutzkleidung mag in anderen Ländern nicht "so wichtig" oder "zu teuer" sein, aber da lasse ich mich auch mal komisch angucken...

Gruß
Heiko
 
. Aber das mit den Treppen wird tatsächlich hintenraus ein ernst zu nehmendes Thema. Ich glaube es sterben mehr Menschen als Treppenstürzen mit anschließender MRSA-Infektion und liegendstationär provozierter Lungenentzündung, als im Straßenverkehr. Ist aber rein spekulativ.
Unter anderem wegen DEM hab ich ja auch mein Klapprad gekauft... .

So isses !!

Aber... mit dem Klapprad die Treppe runter ???

Respekt !!!

Gruß Thomas
 
...Meine Meinung dazu: Wer ohne Schutzausrüstung fährt soll die dadurch entstandenen Heilkosten erstmal selber tragen. Das würde die Gemeinschaft entlasten. Wie bei Hartz4 das Privatvermögen ermitteln und damit bis zum Selbstbehalt die Kosten abdecken...
Du meinst also, wer sich bewusst mehr Gefahren aussetzt, als deiner Meinung nach nötig sind, sollte seine Heilungskosten selbst tragen? Wie siehst du das bei Rauchern, Alkoholikern, Fussballern, Fallschirmspringern oder auch bei Leuten, die nicht genug Gemüse essen oder zu wenig trinken am Tag (also Wasser und so). Oder einfach generell zu wenig/viel Sport treiben, oder überhaupt nur hobbymäßig Motorrad fahren?
Wenn deine Meinung sich durchsetzt, wird immer jemand einen anderen bezichtigen können, sich zuviel Risiko ausgesetzt zu haben und damit seine Heilungskosten selbst tragen zu müssen.
Interessante Einstellung...

[Ironie]
Ich finde z.B. dass sich beim Fenster putzen viel zu viele Menschen verletzen und damit damit diese Tätigkeit viel zu gefährlich ist und abgeschafft werden sollte. Warum soll ich die Heilungskosten von Tante Erna übernehmen, wenn die auf einen Stuhl steigt, um oben ans Fenster zu kommen - viel zu viel Risiko...
[/Ironie]
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn man sich erstmal dran gewöhnt hat, in Airbagweste und mit Helm sowie diversen Hüft und Schulterprotektoren Fenster zu putzen, möchte man garnichtmehr anders. Man fühlt sich ohne entsprechende Kleidung geradezu den Gefahren ausgeliefert.
Wenn ich mit mein Frühstücksbrot schmiere, habe ich auch immer an der nicht messerführenden Hand einen Stahlkettelhandschuh - ich fühl mich damit einfach sicherer.
 
Man kann aber auch schauen, war es vermeidbar, indem man was anzieht?
Ist bei der BG auch so. Wenn man da einen falschen Schraubendreher nutzte, der nicht geprüft wurde, bekommt man auch nichts.

Beim Motorradfahren kann man das gleiche ansehen.
Wer ohne Schutzkleidung fährt, muss selbst zahlen. Wenn das dann gesetzlich verankert ist, kann jeder selbst entscheiden.
Das gleiche bei Fußball etc.
Das ganze kann dann ja per Abstimmung oder ähnliches demokratisch beschlossen werden ;-)
 
Die Leistungen der Berufsgenossenschaft gehen im Schadensfall über die Leistungen der Krankenkasse hinaus. D.h. du bekommst dann in deinem Beispiel zwar keine "Vergünstigungen" von der BG, aber der Arztbesuch und notwendige Heilbehandlung werden schon noch von der Krankenkasse (also Allgemeinheit) übernommen.
Und das ist in einer Solidargemeinschaft auch gut so. :Froehlich2:
 
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