Tod am Morgen

Mikof

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Ja, ich habe getötet. Vorhin erst. Letaler Genickbruch. Es tut mir sehr leid, ich konnte jedoch nichts dafür. Ehrlich!

Aber von vorn: Gestern Abend beschlossen Renate und ich spontan, heute Vormittag eine kleine Ausfahrt zu unternehmen. Möglichst früh und nicht zu weit, um die 30 Grad am Nachmittag zu umgehen, nur wir zwei und auch nur mäßig schnell, da Renate seit unserem Stammi-Urlaub im Bayerischen Wald, also seit zehn Wochen, wegen ihrer Schulterprobleme nicht mehr auf der Maschine saß.

Gesagt, getan: Kurz nach acht Uhr rollten wir in Richtung Odenwald durch die schöne grüne Spätsommerlandschaft, sehr ansprechend ausgeleuchtet von der noch schrägen Morgensonne, genossen die weitgehend freien Straßen und steuerten auf kurvenreichen Strecken das wohlbekannte Café Ripper in Fränkisch-Crumbach an.

Nach einem ausgezeichneten Frühstück im Grünen nahmen wir bei Gersprenz noch weitere Kurven unter die Räder, um dann kurz nach Brensbach wieder in Richtung Ober-Klingen zurück zu fahren. Wir hatten gerade einen einsamen PKW überholt, da geschah es, bei Geradeausfahrt mit ca. 90 Sachen, kurz bevor ein paar Bäume die Landstraße säumten:

Direkt vor mir flog etwas träge ein großer Vogel auf, kreuzte meine Bahn und prallte mittig gegen meinen Helm. Ich hatte keine Chance, irgendwie zu reagieren, und traf voll seinen Rumpf: Der Kontakt in halber Stirnhöhe erfolgte innerhalb von Sekundenbruchteilen und war heftig. Mein Kopf wurde nach hinten gestoßen, ich spürte einen Stich auf dem Nasenrücken, und das Visier war verschmiert. Ich nahm sofort das Gas weg und fand nach gut hundert Metern eine Wegmündung, um rechts anzuhalten.

Renate hatte das Ganze von hinten beobachtet: Der Vogel war nach dem Aufprall seitlich weggeschleudert worden. Sie kümmerte sich sofort um mich, reichte mir Wasser und ging dann zurück, um nach dem Tier zu sehen: Es sollte nicht unnötig leiden.

Ich war natürlich sehr erschrocken, auch über das Blut auf meiner Nase, doch ging es mir ansonsten gut. Der „Stich“ war durch den unteren Rand der Sonnenblende erfolgt: Ich schiebe es immer nur soweit runter, dass die Sicht nach vorn und in die Spiegel abgedunkelt wird, nicht aber der auf Armaturen und Navi. Die Kante sitzt dadurch unterhalb der Nasenwurzel, wo sie mir der zum Glück „weiche“ Schlag auf den Helm kurz ins Fleisch stieß. Nach Säuberung des Visiers konnte und kann ich am Helm (Shoei Neotec) keine Schäden feststellen – was meint ihr: Muss ich ihn nun dennoch prüfen lassen oder erneuern? Lockerer fühlt er sich nicht an …

Renate fand den Vogel: Ein ausgewachsener Mäusebussard, sicherlich über ein Kilo schwer, von mir getötet, da das Genick gebrochen war. Ich bedaure, dass dieses frei lebende schöne Wesen meinem Freizeitvergnügen zum Opfer fiel.

Von der Wahrscheinlichkeit her passiert einem so etwas wohl nur einmal, so dass ich jetzt rein statistisch weniger mit Wildunfällen rechnen muss als vorher – oder? Eine Gehirnerschütterung habe ich wohl nicht, spüre nur etwas das Genick. Das ist auch nur gerecht: Der mausetote Bussard spürt sein Genick nun gar nicht mehr.

Der kleine Kratzer auf der Nase schmückt mich heute Abend auf dem Hayner Burgfest und erhöht die Authentizität des mittelalterlichen Mönchskostüms. Dort werde ich, der Morgenmörder, barfuß Buße tun: „Mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa …“

Mike
 
Ja, da hast Du was angerichtet. Ja, das ist nicht schön, sogar bedauerlich.

Aber sei froh, dass Dir nichts weiter passiert ist, es hätte eine Katze sein können, da passieren dann ganz andere Dinge.

Zur Wahrscheinlichkeit....

Wenn die Wahrscheinlichkeit vorher 1:1000000 war, dann ist die Wahrscheinlichkeit jetzt..... Genau, auch ziemlich nahe an 1:1000000.
Da hat sich nichts verändert, also Augen auf!
Nur weil ich heute im Lotto gewinne, ändert sich die Wahrscheinlichkeit kommende Woche nur, weil ich keinen Schein abgebe...
 
Aber sei froh, dass Dir nichts weiter passiert ist, es hätte eine Katze sein können, da passieren dann ganz andere Dinge.
Klar, weil wenn ne Katze in Helmhöhe einschlägt, es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrsch(w)einlichkeit um die teutonische Springkatze handeln würde!
Da dieses Lebewesen recht selten ist und Straßen und vor allem Menschen meidet, wäre es fast schon eine Sensation gewesen! :mx1:

@Mike: Sei froh, dass es nur ein (jetzt mausetoter) Mäusebussard war.
Bei der oben erwähnten "Teutonischen" wärs schlimmer gekommen!
 
Ich sage einfach mal......

schade um den Mäusebussard, aber viel besser, dass Dir nichts passiert ist. Wirklich Horror, wenn einem bei entsprechender Geschwindigkeit ca. 1 Kg. auf den Helm prallen :wirr2:

Übrigens: Mäusebussarde und Katzen haben schon Ähnlichkeiten............

Der Mäusebussard zählt mit 51 bis 56 cm Länge und einer Flügelspannweite von 117 bis 137 cm zu den mittelgroßen Greifvögeln. Das Weibchen ist etwas größer als das Männchen, was bei Greifvögeln nicht ungewöhnlich ist. So wiegen die Männchen 700 bis 800 Gramm und die Weibchen 880 bis 1200 Gramm. Der Mäusebussard zeichnet sich durch seine miauenden Laute aus
(Quelle: NaBu)


Grüße..Mathias (...auch an Renate; Schön, dass sie wieder fahren kann) ............... oder war's doch ne Katze ?????????????sack-1160509796.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
Klar, weil wenn ne Katze in Helmhöhe einschlägt, es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrsch(w)einlichkeit um die teutonische Springkatze handeln würde!
Da dieses Lebewesen recht selten ist und Straßen und vor allem Menschen meidet, wäre es fast schon eine Sensation gewesen! :mx1:

@Mike: Sei froh, dass es nur ein (jetzt mausetoter) Mäusebussard war.
Bei der oben erwähnten "Teutonischen" wärs schlimmer gekommen!

:11 - lol::11 - lol:

Schon damals, als der Taubenschiss mein Auto traf, war ich froh, dass Kühe nicht fliegen können.
 
Bei einem Aufprall eines solch großen/schweren Vogels im Stirnbereich dürfte der Helm einen Teil seiner Sicherheitsfunktion verloren haben und das Innenpolster ist in diesem Bereich gestaucht.

Geneigte Mathematiker können ja mal ausrechnen wie hoch die Aufprallenergie war.

Daher würde ICH den Helm erneuern.
 
Also ich bin voller Mitleid für den Vogel. Neeeeeeeee, Sch.... auf den Vogel, die Hauptsache ist das es dir Mike gut geht und nichts weiter passiert ist .
 
Ja, es hätte auch den Fuß treffen können, der oder einzelne Zehen wären mit Sicherheit bei dem Tempo gebrochen gewesen... Nimm es als Warnschuss...

Schön dass Dir nichts weiter passiert ist.

Gesendet von meinem Nexus 7 mit Tapatalk
 
Und da soll mir noch mal einer was gegen ein vernünftigen Wind-Screen sagen.

...
Eine Gehirnerschütterung habe ich wohl nicht, spüre nur etwas das Genick. Das ist auch nur gerecht: Der mausetote Bussard spürt sein Genick nun gar nicht mehr.


Wenn du mich fragst, hast du richtig Glück gehabt! 90 km/h und 1kg sind gut genug für mehr als nur einen steifen Nacken!

Gruß Rheinweiss
 
Gilt das eigentlich schon als Wildunfall? Wenn man mit dem Auto ein Reh erlegt, bekommt man ja auch irgendwoher (Zumindest eine Teil-)entschädigung vom Jagdpächter, AdAC oder der Kaskoversicherung sofern vorhanden. Vielleicht wäre so ja ein neuer Helm dringewesen?

Grüße

Andreas
 
Wildunfall

Mag sein, wir hätten den Nachweis sicher führen können, notfalls mit der Vogelleiche. Da aber am Helm nichts festzustellen ist, sah ich keinen Anlass dafür. Habe den Neotec 2012 gekauft, gleich als er rauskam, somit hat er ohnehin auch keinen großen Zeitwert mehr ...

Mike
 
Mein Sohn hatte einen Unfall mit einem Reh.
Der Totalschaden am Fahrzeug wurde - ich meine- von der Versicherung des Jagdpächters beglichen.
Wenn ich richtig erinnere, ist das aber nur bei Haarwild so.
 
Moin, Jürgen!
Für sowas gibbet die Teilkasko.
Reh=Haarwild
Bei Vögeln hat man -ausnahmsweise- Pech:lachen:
 
:narr:....Klaus, wie meinst du das jetzt genau mit (den) "Vögeln", sind wir noch beim Federvieh.......?:Konfus2:
 
Rehbock

Mir ist letzes Jahr etwas Ähnliches passiert. Mit der Diversion, nicht mit der CBF. Für meine Frau eine Sommerkombi gekauft und diese erstmals probehalber getragen bzw gefahren. Keine 3 km von zu Hause entfernt springt mir ein junger Rehbock in etwa 2 Meter Nähe vor das Bike. Ich hatte keine Chance für irgendeine Reaktion. Also Kollision. Ich habe den Bock mit dem Kotflügel das Genick gebrochen bin ihm über den Hals gefahren und wir wurden ordentlich durchgeschüttelt. Ein Auge auf das freie Gelände, das andere auf die freie Strasse. Zum Glück (oder auch aufgrund meines hervorragenden Könnens ) blieb das Bike senkrecht und wir standen einige Meter später. Meine Frau hat mich dafür kritisiert, wieso ich so ruppig fahre. Sie hat von dem beinahe Crash gar nichts mitbekommen und war sehr erstaunt als ich ihr den Grund für unsere Turbolenzen mitteilte.
Grosse Augen bei ihr , zitterige Hände bei mir.
Fazit:Reh tot, Bike leicht lädiert, Kotflügel eingerissen und unsere Laune auf eine Fortsetzung der Fahrt war dahin. Die herbeigerufene Rennleitung hat gesagt dass wir alles richtig gemacht haben und dass wir die Fahrt fortsetzen sollten....
Erfahrahrungen dieser Art möchte ich nicht weiter intensivieren.....In diesem Sinne , eine schöne , knitterfreie Saison ´17
 
Es hängt davon ab

Moin, Jürgen!
Für sowas gibbet die Teilkasko.
Reh=Haarwild
Bei Vögeln hat man -ausnahmsweise- Pech:lachen:

was Dein Versicherungsvertrag spricht: steht die alte Formulierung drin, haste Pech! z.B. bei freilaufenden Kühen, Hunden oder Elchen (da nicht im Bundesjagdgesetz)

Man sollte drauf achten, dass alle Unfälle mit Tieren drin sind:Idee

Linke zum Gruße

AO
 
Ich wechsle gerade die Versicherung und habe mal nachgefragt - bei meiner sind ALLE Tiere eingeschlossen - damit also wohl auch Vögel. Aber nun wollen wir mal hoffen, dass das ein Einzelfall bleibt und wir dies alles nicht brauchen.

Grüße

Andreas
 
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