Mit dem Motorrad nach Österreich - Verladen und Versicherung

Hallo Leute!
Ich hoffe, ich bin in dem Bereich hier richtig!

Jedes Jahr starten wir mit ein paar Leuten auf eine Motorradtour, bisher immer innerhalb Deutschlands. Von unserer Heimat dem Harz ging es bis jetzt ins Elbsandsteingebirge, an die Mosel, ins Altmühltal, in den Spessart und letztes Jahr in den Thüringer Wald.
Letztes Jahr haben wir uns nach einigen unnötigen Umwegen auf den letzten Touren endlich mal ein Navi angeschafft.

Dieses Jahr geht es das erste Mal etwas weiter weg - nach Altenmarkt im Pongau, Österreich - für eine Woche.
Dafür leihen wir uns von Bekannten einen großen Anhänger, auf den 4 Mopeds draufpassen, dazu gehören eine CBF1000F, eine BMW1200RT, eine Deauville und eine CBR1100XX Blackbird.

Wir haben alle leider keine Erfahrung im Verladen. Könnt ihr mir zunächst bestätigen, dass wir alle Motorräder sicher auf den Anhänger bekommen?
Klar wollen wir es uns zu gegebener Zeit zeigen lassen (z.B. vom Verleiher des Anhängers, evtl. auch Motorrad-Fachhändler), wie man das am besten macht, aber es kann ja sein, dass es bei einem oder mehreren Bikes zu Problemen kommen kann... deshalb frage ich.

Dann habe ich noch eine Frage zur Versicherung... was passiert, wenn es auf dem Weg nach Österreich zum Unfall kommt? Welche Versicherung greift da? Wer kommt für Schäden auf? Kann man die Motorräder extra gegen Schäden versichern, die bei einem Unfall mit dem Anhänger passieren?
Gibt es dafür eine Art Vollkaskoversicherung für den Anhänger inkl. der zu transportierenden Motorräder?
Und kann es sein, dass die Anhänger-Versicherung zwar für den Eigentümer, aber nicht für uns Mieter gilt?

Fragen über Fragen....

Meine CBF ist bei der HUK24 versichert, dazu folgender Link: https://www.huk24.de/start_selfservice.do?show=1&docid=4833
Meint ihr, es ist sinnvoll diese Versicherung zusätzlich abzuschließen? Oder ist dieser Schutz unnötig?

Da keiner von uns Erfahrung mit sowas hat, frage ich euch. Ich hoffe, ihr könnt mir helfen und mit gutem Rat zur Seite stehen.

Genießt das Wetter!!!

Vielen Dank und beste Grüße
Tim


PS: Wenn jemand noch Tipps zu unserem Ziel hat, also alles rund um Altenmarkt, sind wir natürlich immer dafür offen.
Bisher haben wir als gute Ausflugsziele definiert: Dachstein
Großglockner
Sölkpass
Nockalm
Maltatal
Südliche Seen (Millstätter See/Ossiacher See/...)

Vielen herzlichen Dank an euch!!
 
Hy
Frage für so einen speziellen Fall doch besser einen Versicherungsfachmann. Da hast du die Info aus erster und vor allem Fachkundiger Hand. Und wenn da was extra zu versichern ist, wird der sich sicherlich nicht gerade mit Händen und Füssen dagegen wehren das zu machen.

Gruß Ändi
 
Hallo Leute!
Wir haben alle leider keine Erfahrung im Verladen. Könnt ihr mir zunächst bestätigen, dass wir alle Motorräder sicher auf den Anhänger bekommen?

Mal im Ernst:
Wir kennen deinen Anhänger nicht, sollen dir aber irgend etwas bestätigen. :narr:
Du hast mehrere sinnvollere Möglichkeiten:

  • Frag bei Moppedfahrern aus deiner Gegend nach!
  • Fahr zum Freundlichen und frag wie's geht oder zum
  • Anhänger-Verleih und frag worauf du achten muss.
  • Fahr zu ner Autobahnraststätte, dort findest du bestimmt ein Gespann, auf dem Moppeds verzurrt sind. Einfach anschauen und lernen.
 
Es hätte ja sein können, dass sich hier Leute finden, die mir helfen können bzw. Erfahrung mit dem Verladen der Motorräder haben und sagen können ob es easy oder eher schwierig zu bewerkstelligen ist und/oder sich mit Versicherungen für Hänger auskennen...
Wie du sagtest, möchte ich ja eh den Verleiher und den Händler fragen, trotzdem ist doch fragen i.O. oder?
 
Es gibt da unterschiedliche Handhabungen der Versicherungen.

Einige sagen ein Motorrad auf einem Hänger ist Ladungsgut und es zahlt auch nicht dessen eigene Vollkasko wenn vorhanden.

Für den Hänger selbst kann man eine Transportversicherung abschließen. Ist aber auch nicht billig und auch nicht immer leicht zu bekommen.

Ich hab letztes Jahr meinen Motorradanhänger 6.000km gezogen und ich sag mal Motorrad fahren ist wesentlich gefährlicher.
Es gab mit dem Hänger keinen einzigen Vorfall der auch nur annähernd als Risiko einzustufen war.

Ich fahr immer Moped in einer Preisklasse bei dem der Totalverlust zu verkraften ist.
Ob es dann vom Hänger fällt, oder selbst in einen Unfall verwickelt ist ......

Ich sag auch mal so. Ich hab im letzten Urlaub mein Zugfahrzeug und meinen Hänger zur Verfügung gestellt.
Wenn da ein Unfall passiert ist mein Auto hin, mein Hänger und meine CBF. Und dann kommt mir noch jemand blöd
weil noch ein anderes Motorrad vom Hänger gefallen ist. Sorry das ist dann Transport Risiko was man unter Freunden ausmachen sollte vorher.
Wenn niemand fährt gibts auch keinen Urlaub.

Das sichere Verladen von Motorrädern ist kein Hexenwerk wenn man ordentliches Verzurrmaterial hat.
Auch hier auf 6.000km letztes Jahr kein einziges Motorrad bei dem nach dem Verzurren noch mal Unterwegs eingegriffen werden musste.
Und so schnell fällt auch kein Moped vom Hänger, selbst wenn da noch Bewegung drin ist.
 
Verladen lässt sich jedes Motorrad. Jedes Motorrad hat seine kleinen Eigenheiten wo man mit den Gurten gut ansetzen kann. Ob eure vier tatsächlich auf den Hänger passen (und in welcher Reihenfolge) solltet ihr ggf. vorher testen.

Bei der Doppel-F solltet ihr beim Abspannen von der Gabelbrücke nach unten einen Schutz zum Fender dazwischen legen, denn der leidet ohne (meine hat da leichte Striemen).
Hinten könnte man sie an den Soziusrasten abspannen, was mir aber zu tief war (lässt sich nicht gut in das Federbein ziehen). Da spanne ich am Kofferträger ab.

Üben mit jemandem der sich auskennt ist immer gut. Kann man alles lernen.

Beim allerersten Versuch bin ich mit Möp nach rechts vom Hänger gekippt. Zum Glück war sie links schon vorgespannt und blieb im knapp 70 Grad Winkel oben.
Einmal ist unterwegs einer von vier Gurten nach 900 km kurz vor dem Ziel auf mieser Strecke rausgesprungen. Man sah sie etwas pendeln aber sie stand noch sicher.

Bei jedem Stop unterwegs einmal kurz alles prüfen. Am besten auch 1-2 km nach der eigentlichen Abfahrt, wenn sich durch die erste Ruckelei alles etwas gesetzt hat.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Hallo Tim,

zum Versicherugnskram kann ich leider nix beitragen...

...aber ein paar Tipps für das Verladen abgeben. Kostenlos :-)

- alle 4 Motorräder sollten gegen einen Anschlag verzurrt werden. Das kann ein einfacher am Anhängerboden befestigter Bügel (üblich bei speziellen Motorradanhängern) sein oder besser sogenannte Motorradwippen. In beiden wird das Vorderrad fixiert.

- Gurte mit offenen Haken sollten gegen das Aushängen bei Bodenwellen gesichert werden (bsw. ganz einfach mit Kabelbinder. Besser einteilige Gurte verwenden. Zurrfestigkeit 100 daN sollten es schon sein. Mehr immer besser.

- Wenn nur dicke Gurte (über 35mm breit) verfügbar, kurze Gurtschlaufen an der Gabelbrücke verwenden

- lose zu lange Gurtenden immer zusammenwickeln und sichern (bsw. mit Klebenband)

- bei den meisten Motorrädern kann vorn über der unteren Gabelbrücke abgespannt werden. Dabei auf eventuelle Reibung an Verkleidung achten. Kaputt geht da meist nix, nur scheuern kann es etwas. Wenn möglich eben steil genug abspannen. So schräg wie möglich, so steil wie nötig.

- Über Lenker abspannen ist suboptimal, weil bei starken Stößen (bsw. Schlaglöchern) ggf. Rohrlenker, aber auch minderwertige Stummel verdreht oder gar verbogen werden können (beides schon erlebt). Auch bei Verwendung von speziellen Lenkerspanngurten.

- hinten NICHT an Zubehörkofferhaltern abspannen. Diese Rohrgebilde sind meistens nicht auf seitliche Zugbelastung konstruiert. Wenn, dann ggf. nur an deren Halterungen direkt am Motorrad. Besser stabile Auspuffhalter oder Fussrastenhalter nutzen.

- hinten muss das Motorrad nicht in die Feder gezogen werden. Deshalb können auch spezielle Zurrgurte benutzt werden, die über das Hinterrad verspannt werden. Geht natürlich nur dort, wo das Rad nach oben freiliegt.
Hinten muss nur seitliche Bewegung vermieden werden.

- Wenn hinten nur weit schräg nach hinten abgespannt werden kann, sollte das Vorderrad zusätzlich gegen Rausrollen aus dem Bügel bzw. der Wippe gesichert werden (kleiner Gurt, Strick um Bügel/Wippe mit Rad)

Ob man alles das beachtet, ist natürlich jedem selbst überlassen. Am Sichersten wäre es halt so. Es kommt halt sehr auf die Anschlagsorte für die Gurte an, die man zur Verfügung hat. Je länger ein Gurt verspannt werden muss, desto unsicherer ist es. Desto sorgfältiger muss man arbeiten.

Ich selbst muss mir den ganzen Sackstand damit zum Glück nicht antun. Ich habe einen Sprinter dafür, die Moppedräder stehen an den richtigen Plätzen im versenkten Boden und werden im genau passenden Winkel nur über die unter vordere Gabelbrücke an genau passender Stelle an LKW-Zurrösen im Ladeboden verzurrt. Hinten mache ich nix. Da stehen die Räder nur in den 4 cm tiefen Radmulden. So gesichert gegen seitliches Wandern. :-)


vorschlagende Grüße
vom falo
 
Es hätte ja sein können, dass sich hier Leute finden, die mir helfen können bzw. Erfahrung mit dem Verladen der Motorräder haben und sagen können ob es easy oder eher schwierig zu bewerkstelligen ist und/oder sich mit Versicherungen für Hänger auskennen...
Wie du sagtest, möchte ich ja eh den Verleiher und den Händler fragen, trotzdem ist doch fragen i.O. oder?

Hallo Tim,

ja sicher ist Fragen okay. Wenn meinen Antwort etwas abweisend war, hier mein ernst gemeintes "Sorry".:mx1:
Das A und O sind genügend Möglichkeiten die Spanngurte zu befestigen.
Hab mir damals auch mal nen großen Anhänger (von nem Schreiner) geliehen. Hatte da schon Probleme nur mein Mopped zu verzurren, geschweige denn noch andere Moppeds zu befestigen.

Seis drum. Falo hat ja super erklärt worauf man achten muss. Vielleicht kannst du dir die Frage, ob ihr die Moppeds alle sicher auf den Anhänger bekommt, jetzt weitgehend selbst beantworten.
 
Hallo Leute!
In letzter Zeit war viel zutun, deshalb melde ich mich erst jetzt.
Es sind noch 3 Wochen bis zur Tour und heute Abend war endlich mal ein bisschen Zeit, mich mit dem Thema verladen und verzurren zu beschäftigen.
Zunächst vielen Dank an euch für eure zahlreichen Tipps.

falo: Vielen Dank speziell an dich. Das hat mir schon ordentlich weitergeholfen. Aber ich musste erstmal ne halbe Stunde lang nachschauen, was denn Motorradwippen oder eine Gabelbrücke ist :mx35: Technikmäßig bin ich da echt nicht so bewandert.

Aber darüber bin ich jetzt aber bestens informiert... denke ich zumindest.


Ich werde mich diese Woche noch bei dem Vermieter des Anhängers informieren, ob denn z.B. solche Wippen zum Fixieren des Vorderrads vorhanden sind und evtl. auch noch gute Gurte und Schlaufen und hoffentlich noch eine Rampe.

Oft hab ich gelesen, dass man keine Gurte aus dem Baumarkt für 7,99€ kaufen und in vernünftiges Zeug investieren soll. Das würde ich gern tun, aber:
Wo bekommt man vernünftige Gurte her?

Bei Amazon finde ich Gurte für genau diesen Preis, teils auch mit guten Bewertungen. Diese sind aber meistens 4-6 Meter lang... sowas brauch ich ja gar nicht.

Beim Googlen fand ich eine Abspann-Technik, welche mir ganz gut gefallen hat - mit Schlaufen:
Hier der Link: http://www.saarbikers.net/forum/boa...-motorräder-sicher-auf-dem-anhänger-verladen/

Kann ich eurer Meinung nach z.B. diese Schlaufen dafür verwenden? http://www.amazon.de/Braun-Bike-Las...&qid=1432164050&sr=8-1&keywords=zurrschlaufen

Dazu brauche ich dann noch wie gesagt Gurte, lt. dem Themenersteller am besten Zweiteilige.

Btw: Falo, bist du sicher, dass 100 dN ausreichen, also 100kg Belastung für die Gurte? Ich habe woanders teilweise was von 400 oder sogar 1000 dN gelesen?!?
Und wie genau funktioniert das "Sichern von offenen Haken mit Kabelbindern"? Da kann ich mir gerade leider nichts vorstellen.

Wäre super, wenn ihr Gurt- und Schlaufenempfehlungen für mich hättet!

Vielen Dank!!


Achja: Stellt ihr die Bikes im Leerlauf oder im 1. Gang auf den Hänger?
 
Zieh die Motorräder mit den Gurten nur leicht in die Ferdern, so das die Dämpfung noch arbeiten kann. NICHT AUF BLOCK
 
Schau mal bei Youtube, Motorrad verladen. Mit dem Auge lernt man schneller. Dort sieht man dann auch, wie man es nicht machen sollte. Kümmer dich rechtzeitig um alles , üben ist sehr wichtig , Tipps vom Verleiher. Was man gar nicht gebrauchen kann, ist Zeitdruck und Hektik :boewu7:

Allzeit gute Fahrt. :025:
 
Btw: Falo, bist du sicher, dass 100 dN ausreichen, also 100kg Belastung für die Gurte? Ich habe woanders teilweise was von 400 oder sogar 1000 dN gelesen?!?
Und wie genau funktioniert das "Sichern von offenen Haken mit Kabelbindern"? Da kann ich mir gerade leider nichts vorstellen.

100 dN reichen schon mal aus. Bisher hab ich nur 80er reissen gesehn. Mehr is natürlich immer besser. Aber alles ab 35mm Breite wird recht unhandlich. Ich nutze nur 25mm-Gurte mit 125dN und 250 dN. Die 125er muss man halt je nach Häufigkeit der Nutzung immer mal austauschen.

Mit dem Kabelbindersichern meine ich die Tatsache, dass die meisten zweiteiligen Ratschengurte offene Haken haben, die ja irgendwo am Transportfahrzeug (Anhänger, Transporter) meist in Ösen eingehängt werden. Sollte die Fahrt mal bsw. durch ein Schlagloch gehen, könnte sich der Haken aushängen. Deshalb einfach nach dem Verzurren den Haken und die Öse zusätzlich mit einem Kabelbinder sichern, der nur verhindern soll, dass der Haken sich aushängen kann.

klick mich für größer

verzurrte Grüße
vom falo
 
Nochmals vielen Dank, das hilft mir sehr weiter!

Über Tipps wo ich gute Gurte und Schlaufen herbekomme bin ich immer noch sehr dankbar!! :-)
 
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