Losbrechmoment nach Gabelüberholung

Monty Burns

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Tach auch.

Ich habe ja jetzt die Gabel komplett überholt und mit Wilbers Zero Friction Federn und Öl versehen, dazu All Balls Dichtungen und Gleithülsen. Wenn ich das Vorderrad gemäß allen Vorgaben eingebaut habe, habe ich ein erhöhtes Losbrechmoment, das ich nicht wegkriege. Soll heisen: Bei leichtem Schieben der Dicken wahlweise vor- oder rückwärts und dem Ein- bzw. Ausfedern durch das Ziehen der Bremse habe ich eine Diskrepanz von einigen Zentimetern (Striche gemacht auf dem Tauchrohr).

Bei Nachbars Dicker, die mit 10 Jahre altem Gelump federt, pendelt sich das immer wieder auf Nulllage ein, zudem braucht man bildlich gesprochen nur die Hand aufs Lenkerende zu legen und die Gabel reagiert.

Ich habe mehrfach die Gabel entspannt -> alles gelöst bis auf die Klemmung der unteren Gabelbrücke und die Klemmung des rechten Gabelrohrs an der Achse.

Baue ich das Rad aus, federt die Gabel (zumindest mit der Kraft, die man in diesem Zustand aufbringen kann) sahnemäßig immer auf Null zurück.

Die Bohrung im linken Gabelrohr, in der die Achse beim obligatorischen Einfedern zwecks Entspannung gleiten soll, ist etwas verranzt. Ich habe das mit Schmirgel (Reibahle hab ich leider nicht) vorsichtig dahin gebracht, dass die Achse sauber gleiten kann, was sie ohne Rad auch tut, mit Rad eher nicht. Zumindest wird eine absichtlich eingebrachte Spannung - egal ob rein oder raus - nicht ausgeglichen beim dazu gedachten Einfedern. Ein manuelles verschieben des linken Rohrs auf der Achse in Minischritten brachte auch keine Verbesserung beim Losbrechen.

Irgendwie ist das ziemlich unbefriedigend und von Zero-Friction weiter entfernt als Nachbars olle Gabel. Krumm ist nichts, die Flucht der Achse bei ausgebautem Rad auf das gegenüberliegende Loch stimmt. Ich frage mich, ob ich noch was aus den linken Holm rausnehmen sollte, damit die Achse noch besser verrutschen kann, denn es KANN ja eigentlich nur an einer Rest-Verspannung liegen. Was meint die mitlesende Kompetenz-Versammlung? :zwinkern: Irgend ne weiterführende Idee?
 
Nimm ne anständige Rundmessingbürste und mach da drinnen mal ordentlich sauber.
Gibts in der Bucht als Set in verschiedenen Durchmessern.

Du kannst zusätzlich die Achse dort auch fetten, dann gemäß WHB wieder Zusammenbauen.

Schoe

Olli
 
Ich hatte vor einigen Wochen den seltsamen Fall das die linke Bremsscheibe an der Bremszange geschliffen hat. Ich bin bald wahnsinnig geworden. Bis ich rausgefunden habe das die Achse in der linken unteren Klemmung keinen Anschlag oder eine sonstige Begrenzung hat. Die beiden Teile sind frei gegeneinander verschiebbar. Bis man die beiden kleinen Klemmschrauben anzieht. Das hat bei mir dazu geführt das der linke Gabelholm beim Anziehen der auf der rechten Seite der Achse befindlichen Schraube nach innen gezogen wurde. Waren nur ca. 3mm, aber das hat gereicht. Damit sind natürlich die Holme nicht mehr parallel... Vieleicht ist das dein Problem?

Gruß

Lars
 
Hört sich jetzt bescheuert an, aber hast du mal probiert ob es mit und ohne Bremszangen einen Unterschied gibt. Klingt abstrus. Aber bei so einer Aktion lernt man irgendwann das beten...
 
Ja, habe ich.

Ich werde wohl am Montag nochmal das Rad raus- und das Ganze unter die Lupe nehmen und die Bohrung links noch etwas gangbarer machen.
 
Ich hätte ja Bauchschmerzen eine Passung zu bearbeiten. Wäre vielleicht einen Versuch wert: Die beiden Klemmschrauben falsch rum einsetzen, in den Spalt ein Blech (nicht benötigtes Blatt einer Fühlerlehre o. ä.), Schrauben vorsichtigst anziehen um so den Spalt minimal zu vergrößern.
 
Ich habe mehrfach die Gabel entspannt -> alles gelöst bis auf die Klemmung der unteren Gabelbrücke und die Klemmung des rechten Gabelrohrs an der Achse.
Warum nur des rechten? Löse beide Klemmungen unten an der Achse, lass dann einfedern und schau, ob es sich reguliert. Schwergängige, sprich nicht mehr schwimmende Bremmssättel können auch behindern. Noch ein Tipp wäre vielleicht, das ohne Frontfender zu pobieren. Im 2felsfall Frontfender und Bremssättel ab machen, beide Klemmungen auf und dann einfedern. Dann erst Klemmungen zu machen, damit sich nichts mehr verschiebt und danach Bremssättel und Fender wieder montieren.
 
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Bei Nachbars Dicker, die mit 10 Jahre altem Gelump federt, pendelt sich das immer wieder auf Nulllage ein, zudem braucht man bildlich gesprochen nur die Hand aufs Lenkerende zu legen und die Gabel reagiert.................

Idee?

Wenn ich das richtig verstanden habe ist alles gemacht. Feder, Gleithülsen, Simmerring, Staubdichtung etc.
Die Wilbers ist ja ein Stück härter und der Rest vielleicht auch noch was steif. Schon mal eine Runde gefahren?
Wenn das so verspannt wäre ist auch was schief, so groß sind die Auswirkungen nicht wenn unten an der Klemmung was nicht gleitet.

Gruß Adi
 
Warum nur des rechten?
Die rechte Klemmung kann sich doch eh nicht verschieben, weil sie durch den Schraubenkopf in der Achse, der ja an der Klemmfaust anliegt, fixiert ist. Oder habe ich da was flasch im Kopf? Und klar kenne ich Dein Video zum Thema.

Im 2felsfall Frontfender und Bremssättel ab machen, beide Klemmungen auf und dann einfedern. Dann erst Klemmungen zu machen, damit sich nichts mehr verschiebt und danach Bremssättel und Fender wieder montieren.
Werd ich so probieren.


Die Wilbers ist ja ein Stück härter und der Rest vielleicht auch noch was steif. Schon mal eine Runde gefahren?
Klar. Nicht unkomfortabel obwohl deutlich straffer als früher, um nicht zu sagen gutes Fahrgefühl, wenn da nicht das hibbelige Nichtwegfedern der kleinsten Unebenheiten wäre. Und klar, die neuen Dichtungen sind sicher etwas steifer als die alten, aber der Unterschied zwischen montiertem und nicht montiertem Rad kann ja damit nicht zusammenhängen.

Na, morgen weiss ich mehr, ich hab ja Zeit zum Testen, Urlaub sei Dank. :Froehlich1:
 
Die rechte Klemmung kann sich doch eh nicht verschieben, weil sie durch den Schraubenkopf in der Achse, der ja an der Klemmfaust anliegt, fixiert ist. Oder habe ich da was flasch im Kopf? Und klar kenne ich Dein Video zum Thema.
Ich bin gerade nicht 100% sicher und kann gerade nicht nachschauen, aber die Schraube kann man öffnen, auch wenn die Klemmungen beidseitig FEST sind (was sogar von Vorteil ist, weil die Achse nicht durchdreht). Eigentlich müßte der rechte Gabelfuß zwischen Schraube und Abstandshülse eingeklemmt sein. Hm... Ich würde die rechte Klemmung trotzdem öffnen, ist ja nur ein Handgriff.
 
Mich hats dann doch heute ans Werkzeug gezogen.

Des Rätsels Lösung scheint näher zu rücken. Wie von Martin vorgeschlagen habe ich alles abgerupft, aus das Vorderrad mal rausgenommen und nur die Achse reingesteckt und die Achsschraube handfest angezogen. Beim Anziehen drehte sich die Achse, weil ich sie nicht gegengehalten hatte und fluppte über einen anscheinend vorhandenen Grat (vermutlich an den Löchern), der selbiges bislang verhinderte, weiter in die linke Klemmung rein als eigentlich vorgesehen:

DSCF5027.jpgDSCF5028.jpgDSCF5029.jpg

Um zu prüfen, ob vielleicht doch an den Holmen was krumm ist, habe ich sie einzeln in den Gabelbrücken gelöst und gedreht. Es ergab sich keine Veränderung, ergo keine Krümmung. Eine auf den Tauchrohren aufgelegte Glasscheibe lässt zumindest sehr stark vermuten, dass es auch keine Verdrehung zwischen den beiden Gabelbrücken gibt.

Eine dilettantische Messung mittels Zollstock (eine so große Schieblehre habe ich nicht) zeigt, dass die Gabel tatsächlich nach unten etwas auseinander läuft (ca. 2-3 mm).

Merkwürdig, das. Ich werde das jetzt mal so montieren, hoffe, dass das links mit der Bremsscheibe keine Probleme gibt und werde berichten.


EDIT: So ein Quatsch! :33 - Hinterkopf: Ohne Rad fehlt ja jeglicher Anschlag. Also nix mit Erkenntnis. Und weiter geht's... :mx35:
 
Zuletzt bearbeitet:
Gut, hat alles nix gebracht. Vielleicht hat Adi / Panadist ja Recht und das Geraffel muss sich erst mal "freispielen".
 
Mal noch ne blöde Idee: Hast du die getauschten Lager etc trocken eingebaut? Von wegen erhöhte Reibung und so? An die Sache mit dem,, einlaufen'' kann ich nicht so recht glauben. Meiner Meinung nach liegt es einzig an der Position des linken Gabelholms. Die Lage des rechten Gabelholms ist ja duch die Anschläge auf der Achse relativ zum Rad fix.
 
Nein. Genau bis zur Nut.

Ich vermute mittlerweile, dass ich ohne Rad einfach nicht genug ein- bzw. ausfedern kann, um das Phänomen zu erzeugen. Scheint systemimmanent zu sein.

Ich frage mich nur, ob das bei anderen, die ihr System überholt und mit "spacken" Dichtungen versehen haben, auch auftritt: Nach dem Einfedern (kurz vorwärts anrollen, bremsen) und dem Ausfedern (rückwärts anrollen, bremsen) eine Diskrepanz der jeweiligen Ruhestellungen von rund 3 cm...
 
Ich habe letzten Winter die Gabel komplett neu gemacht inkl. der Gleitlager und hatte den Effekt nicht. Es lief im Gegenteil alles sämiger wie vorher.
 
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