Vermutlich liege ich mit dem, was ich jetzt schreibe, voll daneben. Zumal das, was ich schildere, eine Erfahrung mit einer 1100er Pan European, die zu dem Zeitpunkt etwa 5 Jahre älter war als meine SC58 jetzt. Letzteres heißt, dass der Schlauch, um den es geht, 5 Jahre mehr Zeit hatte, porös zu werden.
Ich schildere es mal und hab dabei - wie gesagt - nicht den Anspruch, dass das die Lösung sein muss.
Bei der PanEuropean sitzt der Temperatursensor oben am Kühler. Was dazu führt, dass bei zu geringem Kühlmittelstand (im Kühler) der Sensor nicht im Wasser steht, sondern in Luft. Bei der SC58 ist der Sensor auch recht hoch angebaut, nämlich unten am Thermostatgehäuse, wenn ich mich recht an meine letzte Bastelstunde unter der Pelle erinnere.
Bei der Pan hatte ich irgendwann bei einer sommerlichen Nachmittagsausfahrt auf einmal recht utopische Anzeigewerte (da ist's keine Lampe, sondern eine Analoganzeige) und beim verkehrsbedingten Stop ging die Anzeige in kürzester Zeit (Minute) in den roten Bereich, um aber ebenso innerhalb kürzester Zeit wieder in den Normalbereich zurückzugehen, nachdem man wieder angefahren ist und Fahrtwind kam. Erste Diagnose: Der Lüfter lief (war ja nicht zu überhören.....) und der Ausgleichsbehälter war nicht nur voll, sondern sogar über der Max-Markierung. Und den typischen süßlichen Geruch von heißen Kühlmittel hatte ich auch nicht wahrgenommen.
Ich hatte die Wasserpumpe in Verdacht, aber war von der Diagnose nicht wirklich überzeugt.
Festgestellt habe ich dann schließlich eine ganz profane Ursache. Der kleine Schlauch, mit dem der Vorrats-/Ausgleichsbehälter an den Kühlkreislauf angeschlossen war, war porös. Kaum sichbar, aber eben doch. Dieses vermeintlich unwichtige, mickrige Schläuchlein...... und das führte dazu, dass im Schlauch bei Wasserbedarf im System kein Unterdruck aufgebaut werden konnte, um Kühlmittel aus dem Vorrats-/Ausgleichsbehälter anzusaugen. Andersrum, also wenn das System Wasser abgeben wollte, kam das Kühlmittel durchaus im Behälter an, denn für konkreten Wasserverlust war der Schlauch wiederum nicht porös genug. Das ergab nur ein paar Tröpfchen, die sich unbemerkt verflüchtigen konnten. Nebenbei aber wurde der Vorrats-/Ausgleichsbehälter immer voller und das Kühlsystem immer leerer. Bis dann der Punkt kam, an dem der Temperaturfühler nicht mehr im Wasser war und seine Messwerte alles, aber nichts Sinnvolles mehr anzeigten. Das Fiese daran war, dass man den minimalen Wasserverlust nicht sehen und nicht mal riechen konnte und das gleichzeitig der Vorratsbehälter suggerierte, es sei mehr als genug Flüssigkeit an Bord. Wir sprechen hier ja nicht von extrem viel Kühlmittel, dass das System in den Ausgleichsbehälter verschoben und sich dafür Luft geholt hat. Es muss ja nur so viel Luft reingezogen worden sein, dass kein Wasser mehr im Thermostatgehäuse und damit am Sensor steht (Motor aus). Wenn das System dann unter Druck gesetzt wird (Motor läuft), kann es durchaus sein, dass das Luftpolster oben noch wieder so weit zusammengedrückt wird, dass alles wieder normal zu sein scheint, weil ja wieder Wasser anliegt.
Neuer Schlauch.....Meterware......alles entlüften und auffüllen und alles war wieder gut. So war es damals bei meiner PanEuropean.
Jetzt weiß ich natürlich nicht, was der Temperatursensor einer SC58 macht, wenn er nicht mehr im Wasser steht. Aber genau den Schlauch, diesen kleinen unscheinbaren Cent-Artikel, würde ich mir mal ganz genau begucken.