**** Fahren im (Mittel-)Gebirge ****

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WhiteNinja

Gast
Hallo Biker,

sicher, wir wissen es alle und machen es (fast) immer richtig... dennoch habe ich das Bedürfnis, nach nun 2500 Km Fahren in verschiedensten Mittelgebirgen Deutschlands "am Stück" (ok.. 2 Tage Pause dazwischen), einige Dinge in Erinnerung zu rufen...

Das Fahren ist völlig anders, als in flacher, übersichtlicher Strecke.. (wer hätte das geahnt?), aber man muss es sich wieder ins Gedächtnis rufen...

Nicht einsehbare Kurven, die plötzlich enger werden, Steine auf der Strasse, Geröll.. der Holzlaster, der einen mal eben von der Strasse fegt und die Strasse, die plötzlich "weg" ist... Autofahrer, die sportlich die Kurve auf der Gegenfahrbahn "schneiden" und last not least die "Ortsansässigen", die die Strasse für sich gepachtet haben...

Aber, wir müssen nicht verzweifeln... wir haben das Gegenmittel der angepassten Fahrweise...

Unser Motorrad hat DREI Bremsen, die wir im Gebirge auch nutzen sollten.. also lieber hochtourig fahren und mit Gas und Motor bremsen, als ständig die Vorder- und Hinterradbremse im Einsatz zu haben (was TÖDLICH ist - die Bremsen werden heiss, verlieren an Bremsleistung und dann, wenn wir sie wirklich brauchen, tut sich nix mehr... )... das heisst in der Fahrpraxis, niemals schneller einen Berg runter, als man sinnvollerweise auch hoch fahren würde...

Kurvenfahren... klar ist es prima, sich in die Kurve zu legen... ich rate DRINGEND davon im Gebirge ab... der Kopf ist oft genug im Gegenverkehr und allein nicht wirklich in der Lage, diesen zu stoppen... also eine Kurventechnik anwenden, die viele praktische Vorteile hat... das Motorrad "unter sich in die Kurve drücken und selber aufrecht bleiben"... erstens ragt man dann nicht in den Gegenverkehr, zweitens kann man sogar noch sauberer und enger die Kurven fahren (ja, auch flüssiger und schneller, wenn man will)... man übt sozusagen eine Alternative ein, die auch im Soziafahren Anwendung findet und manchmal auch noch das Quentchen an Reaktionsfähigkeit ist, die einen auf der Strasse lässt, wenn alles andere versagt... und ich kenne keinen, der ein fahrendes Motorad wirklich durch Drücken so tief legt, dass es fällt (aber nun bitte nicht den Gegenbeweis antreten wollen), allerdings kommt man dadurch tiefer, als normal und kann enger fahren...

Tut euch einen Gefallen und übt diese Fahrweise ein... zb. bei der Weserberglandtour und im Hunsrück... ich wette, ihr kommt schneller in eine Situation in Gebirgen, als euch lieb ist und dann seid ihr froh, wenn ihr auch hier "instinktiv" eine sichere Alternativlösung findet...

Georg alias WhiteNinja


P.S.: Ergänzende Hinweise sind gern gelesen... alles was hilft, sicherer zu fahren, ist keine Redundanz sondern kann Leben retten...
 
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gut zu wissen...

...und ich Depp dachte bisher, es reicht, dort einfach nur Motorrad zu fahren :-)


lernende Grüße
vom falo
 
Wenn ich den Beitrag lese/sehe

denke ich mir so als 90% Alpenfahrer, was soll´n das jetzt?



Tzz diese Flachländer :025::025:


Alles nur Spaß

und du erzählst was von kleinen Steinchen hihi
IMG_0702.jpg



LG Tom
 
Leichte Irritationen...

Ich finde es bemerkenswert, dass in einem Stammtischthread sich diejenigen zu Wort melden, die sicher schon als Baby so toll Motorrad fahren konnten, dass der Rest von uns nur staunend daneben steht und mit dem Stammtisch im übrigen auch nichts zu tun haben ...

Dass Jemand, der öfter oder dauernd im Gebirge (auch Mittelgebirge) fährt, die Grundlagen beherrscht, sollte selbstverständlich sein... komisch nur, dass mir permanent Biker begegnen, bei denen das vom Zusehen her schon nicht der Fall ist... Wer meint, stets und ständig das Optimum aus sich und seiner Maschine bei jeder Fahrt herausholen zu können, kann mich... *freudlicherweise der Zensur zum Opfer gefallen... besonders dann, wenn göttergleich Selbstbeweihräucherung stattfindet und nicht mal im Ansatz etwas von seinem Wissen an die weiter gegeben wird, die noch nie oder sehr selten in diesen Situationen sind... nur gut, dass es eine natürliche Auslese gibt (und wem das jetzt zu "schwarzer Sarkasmus" ist, hat es schlicht verdient).

Sollte sich nun jemand persönlich angegriffen fühlen, können wir das gern per PN klären... der Rest möge mir verzeihen, dass ich Sicherheit auf den Strassen höher bewerte, als ständiges Wiederholen bekannter Tatsachen zu vermeiden...

Georg alias WhiteNinja
 
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Mal wieder auf das Thema an sich zurück :

Ich finde, whiteninja hat ein Thema angesprochen, dass auch ich wiederholt erleben musste: Hanging-Off im wilden Stil auf der Strasse mit entgegenkommenden "Sportfahren", die meine Fahrspur mitbenutzen.

Gefährlich wird es nämlich dann, wenn ich eine Kurve fahre und der Kopf oder teilweise auch der Oberkörper des Entgegenkommenden ragt in meine Fahrspur hinein.

Mag das Hanging-Off auf der Rennstrecke einen Sinn machen (zum Beispiel kein Gegenverkehr, keine Platzprobleme, Kurven tempomäßig am Limit durchfahren) - auf der Landstrasse macht es definitiv keinen.

Hanging-Off
Beim Hanging-Off oder Hang-Off liegt der Fahrer fast schon neben der Maschine im Kurveninneren.
Die Sitzposition wird nach innen verlegt (Umsetzen), das Knie zum Kurveninneren abgespreizt und damit auch Kontakt zur Fahrbahn gesucht. Teilweise stützen sich Sportfahrer auch mit dem Knie in der Kurve ab.
Die Schulter und der Oberkörper befinden sich neben dem Tank (in etwa).
Vorteil dieses Stils ist, dass durch die Schwerkraftverlagerung des Fahrers ins Kurveninnere die Maschine weniger Schräglage benötigt und mit schnellerer Geschwindigkeit die Kurve durchfahren werden kann.
Nachteil ist, dass Maschine plus Fahrer wesentlich mehr Platz in der Breite benötigen.

Legen
Legen ist die am meisten gebräuchlichste Art des Kurvenfahrens.
Fahrer und Motorrad sind in der Kurve in einer Linie, also gleich schräg.

Drücken
Der Fahrer ist mit der Maschine in Schräglage (wie beim Legen) und drückt seine Maschine zusätzlich in die Kurve - also quasi von sich weg Richtung Strasse/Kurveninnere Seite.
Drücken bringt in Notsituationen etwas, wenn man einem Hindernis durch einen engeren Radius ausweichen bzw. es umfahren möchte.

In diversen Sicherheitstrainings wird zum flotteren Kurvenfahren ein sog. "Hanging-Off light" als Option erklärt:
Anstatt den ganzen Körper zur kurveninneren Seite zu legen, reicht es aus, das kurveninnere Knie und die Schulter nach innen/vorne zu nehmen. Also nicht das Knie abwinkeln, sondern leicht nach vorne schieben. Ebenso die Schulter.
Dazu braucht man nicht die Sitzposition ändern, wie es die Sportfahrer ja machen (müssen).

Probiert das mal aus. Es geht einfacher.

Gute Infos zum Thema findet ihr
HIER
HIER
oder HIER
 
Bleibt noch zu erwähnen, dass beim Legen die beste Möglichkeit besteht auf Unvorhergesehenes zu reagieren. Deshalb sollte dies auch die bevorzugte Technik im Strassenverkehr sein.

Beim Hanging Off ist eine Reaktion auf Unvorhergesehenes nahezu unmöglich. Es dient der Erzielung der maximalen Kurvengeschwindigkeit unter der Annahme keine Hindernisse oder Gegenverkehr anzutreffen.

Das Drücken ist wirklich eine Nottechnik um das Motorrad innerhalb kürzester Zeit in eine andere Fahrtrichtung zu bewegen, wobei man keine Zeit mehr hat seinen eigenen Körper fahrgerecht einzusetzen...

Und ansonsten empfehle ich sich nicht alles so zu Herzen zu nehmen wenn man als Flachländler bezeichnet wird... Nicht umsonst Rätseln viele Unfallforscher warum sich manch Motorradfahrer auf kerzengerader Allee im norddeutschen Raum um einen Baum wickeln... Das sind meist die Alpenheroes, die erstmalig die Bäume am Strassenrand bemerken weil sie mal Zeit dafür haben und dabei leider dank mangelnder Blickführung durch Unvorhergesehenes (Traktor) gegen selbige knallen...

Also es ist schon richtig. JEDER MOTORRADFAHRER MACHT FEHLER. Der Schlüssel zum wirklich guten Fahren ist die Kombination von Fahrtechnik, Blickführung und eigenem Sicherheitspolster. Denn nur wer sich sicher auf dem Motorrad fühlt ist entspannt und kann seine Technik auch mit Spass einsetzen.

Das Motorrad ist ein Sportgerät. Erst durch den Fahrer wird es entweder zur Spassgerät oder zur Gefahr für Fahrer und Umwelt..

Mal wieder auf das Thema an sich zurück :

Ich finde, whiteninja hat ein Thema angesprochen, dass auch ich wiederholt erleben musste: Hanging-Off im wilden Stil auf der Strasse mit entgegenkommenden "Sportfahren", die meine Fahrspur mitbenutzen.

Gefährlich wird es nämlich dann, wenn ich eine Kurve fahre und der Kopf oder teilweise auch der Oberkörper des Entgegenkommenden ragt in meine Fahrspur hinein.

Mag das Hanging-Off auf der Rennstrecke einen Sinn machen (zum Beispiel kein Gegenverkehr, keine Platzprobleme, Kurven tempomäßig am Limit durchfahren) - auf der Landstrasse macht es definitiv keinen.

Hanging-Off
Beim Hanging-Off oder Hang-Off liegt der Fahrer fast schon neben der Maschine im Kurveninneren.
Die Sitzposition wird nach innen verlegt (Umsetzen), das Knie zum Kurveninneren abgespreizt und damit auch Kontakt zur Fahrbahn gesucht. Teilweise stützen sich Sportfahrer auch mit dem Knie in der Kurve ab.
Die Schulter und der Oberkörper befinden sich neben dem Tank (in etwa).
Vorteil dieses Stils ist, dass durch die Schwerkraftverlagerung des Fahrers ins Kurveninnere die Maschine weniger Schräglage benötigt und mit schnellerer Geschwindigkeit die Kurve durchfahren werden kann.
Nachteil ist, dass Maschine plus Fahrer wesentlich mehr Platz in der Breite benötigen.

Legen
Legen ist die am meisten gebräuchlichste Art des Kurvenfahrens.
Fahrer und Motorrad sind in der Kurve in einer Linie, also gleich schräg.

Drücken
Der Fahrer ist mit der Maschine in Schräglage (wie beim Legen) und drückt seine Maschine zusätzlich in die Kurve - also quasi von sich weg Richtung Strasse/Kurveninnere Seite.
Drücken bringt in Notsituationen etwas, wenn man einem Hindernis durch einen engeren Radius ausweichen bzw. es umfahren möchte.

In diversen Sicherheitstrainings wird zum flotteren Kurvenfahren ein sog. "Hanging-Off light" als Option erklärt:
Anstatt den ganzen Körper zur kurveninneren Seite zu legen, reicht es aus, das kurveninnere Knie und die Schulter nach innen/vorne zu nehmen. Also nicht das Knie abwinkeln, sondern leicht nach vorne schieben. Ebenso die Schulter.
Dazu braucht man nicht die Sitzposition ändern, wie es die Sportfahrer ja machen (müssen).

Probiert das mal aus. Es geht einfacher.

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