@Jürgen Klammer: alles richtig gemacht.
Viele trauen sich nicht zu helfen, haben Angst etwas verkehrt zu machen oder sie stehen vor Schreck versteinert herum.
Diese Leute kann man nur gezielt einspannen.
Ich bekomme für meine Ersttätigkeit alle zwei Jahre einen Kurs von meinem Arbeitgeber spendiert - da ich in unserem Gebäude Ersthelfer bin.
Für meine Zweittätigkeit als Tourguide ist es ein Muss, dass ich regelmäßig auffrische.
Einmal gab es einen schweren Unfall in der Gruppe (Rumänien) - der zum Glück glimpflich ausgegangen ist.
Motorrad blieb in Rumänien, Bekannter wurde nach Hause geflogen und dort operiert und versorgt.
Einmal kam ich als Erste an eine Unfallstelle (Bulgarien), vor mir hob ein entgegenkommendes Fahrzeug ab, schleuderte durch die Luft, schlug in ein Feld auf.
Mein Mann dachte erst, das Feld wird gepflügt, bekam zunächst die Situation gar nicht mit, da er einen großen Abstand zu mir hatte.
Das Fahrzeug war leer, lag auf dem Kopf. Den jungen Mann mussten wir suchen. Er war nicht angeschnallt gewesen, lag ein ganzes Stück entfernt vom Auto.
Er war zu schnell ist aufs Bankett gekommen und hat abgehoben und sich mehrfach überschlagen.
Es kamen ein Paar hinzu und die riefen den Krankenwagen. Wir machten die Erstversorgung.
Im Schock wollte der junge Mann davon laufen, was aber nicht ging - da offensichtlich Knochenbrücke vorhanden waren.
Blut lief zudem aus Augen, Mund und Nase. Die Verletzungen schienen schwer.
Ich habe mir nur gewünscht, dass er nicht in meinem Beisein stirbt.
22 Minuten warteten wir auf den Krankenwagen - eine Ewigkeit, wenn man merkt das Puls und Atmung flacher werden.
Die Gegend war einsamen, schneller ging es einfach nicht.
Kopf stützen mit einer Jacke, stabile Seitenlage, dass das Blut abfließen kann und er nicht daran erstickt.
Anfangs war er noch ansprechbar, nach ca. 10 Minuten nicht mehr, Puls fühlen und Atmung beobachten.
Ob er überlebt hat, das habe ich nie erfahren und es hat lange gedauert, bis ich damit abschließen konnte.
Erst nachdem er abtransportiert war und ich wieder am Motorrad stand habe ich endlos gefroren und gezittert -
es war ein sehr heißer Sommertag.
Ich glaube, es ist ein Schutzreflex, dass man in solch einer Situation ruhig bleibt.
Habe dann selber eine halbe Stunde gewartet bis ich weiterfahren konnte - dann ging es wieder.