Kupplungsdeckel - Dichtungsmasse und Drehmomente

TLab3000

Member
Guten Morgen,

eine Sache wundert mich beim Kupplungsdeckel immer: Laut WHB (findet man ja online, hätte es trotzdem gerne auf Papier) soll der Kupplungsdeckel mit Three Bond 1207B abgedichtet werden. Wenn man sich jetzt aber Videos wie Zams allererstes anguckt, sieht es so aus, als wäre dort ab Werk keine Dichtmasse. Ist das so oder habe ich einfach nur Tomaten auf den Augen. Kann mir das jemand erklären?
Ich hätte jetzt instinktiv Dirko HT genommen. Mache ich damit etwas falsch?

Im Schrauberbuch habe ich auf Anhieb keine Drehomente für die 14 Schrauben, die den Kupplungsdeckel halten, gefunden. Hat die zufällig einer von euch parat? 12 Nm?

Gruß und Danke

Timo
 
10..12 Nm ist OK.
Die Dichtmasse wird initiall maschinell aufgetragen, als sehr dünne Wurst. Wenn die sich dann durch die Montage verteilt, ist sie kaum noch sichtbar. Sie soll ja auch nur die Unebenheiten ausgleichen, dafür braucht es nicht viel.
Man selbst nimmt in der Regel viel zu viel, weil man so wenig, wie eigentlich nötig wäre, kaum dosieren kann.
 
Dankeschön. Lars, wie viele Kilometer hat mein neuer Kupplungsdeckel eigentlich drauf?

Ich brauche noch mal Hilfe, bitte :( Heute sind die restliche Teile angekommen, sodass ich den neuen Kupplungsdeckel montieren konnte.

Also alten Deckel runter - war nicht einfach, hat aber letzten Endes geklappt. Dichtmasse war mehr als genug drauf! Der untere Passstift war etwas schräg, den haben wir wieder richtig hingebogen.

Neuen Deckel drauf - passt nicht! Problem gesucht, Passstift verdächtigt, gerichtet.
Dichtmasse wieder runter, trocken versucht - Deckel passt.
Neue Dichtmasse drauf - Deckel passt nicht.
Dichtmasse wieder runter - Deckel passt wieder nicht.

Was zum Henker kann man da denn falsch machen? Der Deckel will einfach nicht passen. Ich habe das Gefühl, dass es eher an der Ausrichtung der beiden Zahnräder an den entsprechenden Aufnahmen im Deckel hängt. Laut WHB soll man diese Dinge ja zuerst aneinander ausrichten, und danach den Deckel an den Passstiften. Der Abstand der Achsen der Zahnräder entspricht dem Abstand der entsprechenden Aufnahmen. Alle drei Räder greifen ineinander. Es ist auch wirklich nur eine Wellenscheibe und eine plane Scheibe auf der Achse. Ich stehe gerade total auf dem Schlauch.
Zum Test würde ich gerne die Passstifte entfernen. Gibt es da einen Trick? Wir haben das zu zweit nicht geschafft, und geholfen hat mir ein Bär von KFZ-Mechaniker, für den solche Sachen normalerweise kein Problem darstellen.

Frustierte Grüße

Timo
 
Das Problem hatte ich auch schon... :Idee

Die Zahnräder des Anlassergetiebes können sich versetzen und dann geht der Deckel nicht zu. Nur wenn die Zahnräder genau und richtig sitzen, auch das linkere obere, welches vom Anlasser angetrieben wird, muss genau sitzen. Die Zähne müssen spannungsfrei ineinander greifen. Man muss alles so hindrehen, dass die Wellen genau gerade sind und die Zähne dabei nicht spannen. Spannen die Zähne nur leicht, dann wird speziell die lange Welle des linken Zwischenrades leicht verkantet und es geht nicht mehr zu.

:Froehlich3:
 
Nur um deine Frage noch zu beantworten: 94tkm. Dürfte aber egal sein, was soll da abnutzen?

Der Gummidämpfer vielleicht, keine Ahnung. Da mache ich mir keine Sorgen.
Mich hat's nur gewundert, dass mein Kupplungsdeckel nach 41.000 km innen wie neu aussah, sich deiner dagegen deutlich verfärbt hat. Auch die Oberfläche fühlt sich anders an. Beides ist an dieser Stelle im Motor ziemlich sicher schnuppe.
Der Unterschied ist allerdings so groß, dass ich neugierig wurde. Liegt es nur an der Laufleistung? Oder auch am Öl? Was sonst könnte noch eine Ursache sein?
Falls es am Öl liegt: Bei mir war bis 28.000 km Motul 5100 10W40 Teilsynthese und seither Motul 7100 Vollsynthese drin. Der Blick auf den Kupplungsdeckel bestätigt, dass das zumindest was Ablagerungen, Verfärbungen und Materialverträglichkeit angeht keine schlechte Wahl war. Mehr aber auch nicht, denn dein Deckel hat ja über doppelt so viele Kilometer drauf - ein sinnvoller direkter Vergleich kann also nicht gezogen werden. Aber wie gesagt, der Unterschied ist schon erstaunlich.

Danke übrigens für die superschnelle Lieferung!

@Martin: Die Lösung, dachte ich mir, ist dann, den Motor leicht zu drehen. Und genau das hat dann auch funktioniert. Nach nur einer kleine Drehung standen die Zahnräder da, wo sie es sollten, und der Deckel ging ganz leicht drauf.
Etwas Sorgen mache ich mir dennoch: Der neue Deckel steht hinten oben ca. einen halben Millimeter über. Überall sonst ist der Deckel bündig mit dem Gehäuse. Fertigungstoleranz? Okay, sie ist Made in Italy, aber trotzdem... Da der Deckel sonst überall ohne Grate sauber aufsitzt, werde ich Luna morgen mal mit Öl befüllen und dann sieht man weiter. Wird schon nichts passieren. Hoffentlich.

Viele Grüße

Timo
 
Etwas Sorgen mache ich mir dennoch: Der neue Deckel steht hinten oben ca. einen halben Millimeter über. Überall sonst ist der Deckel bündig mit dem Gehäuse. Fertigungstoleranz?

Ja, sicherlich. Der Deckel ist gegossen, das ist nicht beliebig genau. Stellen, die genau sein sollen (Passflächen) werden dann auf Maß nachgearbeitet und damit passen die Stellen auf die es ankommt. Mach Dir also keine Sorgen, die Dichtfläche muß gut sein und dann passiert auch nichts.

Die unterschiedliche innere Verfärbung hängt sicher mit den Öl zusammen, welches verwendet wurde und wie oft gewechselt wurde. Jeder Motor hat innen eine Dreckschicht, meistens wo Teile sich nicht oder kaum bewegen, an Gehäuseflächen usw. Das sind Verbrennungsrückstände aus dem "blow-by", Abrieb (Kupplung), usw. Das Öl hat die Aufgabe, diese Anteile in der Schwebe zu halten. Wird ein Motorrad viel gefahren und das Öl oft gewechselt, sieht er innen sauberer aus als im umgekehrten Fall. Natürlich spielt auch die Qualität des Öls eine Rolle. Man sollte das aber nicht überbewerten, bewegte Teile oder gar Lagerstellen sind in der Regel sehr sauber und darauf kommt es schließlich an.
Ich verwende übrigens das Motul 5100 (10W40) und wechsle nach WHB, also alle 10/12Tkm. Da ich mehrere Motorräder habe, kommt es vor, dass eine Ölfüllung schon mal 2 Jahre oder mehr ausharren muss, bis die km erreicht sind. Aber auch das versetzt mich nicht in Panik :Froehlich1:.

:Froehlich3:
 
Hi,

manche denen die Schmutzschicht störend war, z.B. auf dem Schauglas, konnten diese mit diversen "Engine-Flush"-Produkten entfernen.

Viele Grüße, Alex
 
Wird ein Motorrad viel gefahren und das Öl oft gewechselt, sieht er innen sauberer aus als im umgekehrten Fall.

Nicht immer. Die CBF wurde täglich bewegt (2x20km sowie längere Touren) und das Öl jeden Herbst samt Filter gewechselt.
 
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